Googles neue Spielzeuge

Die Internetfirma will den "Google Assistant" und andere Dienste unverzichtbar machen. Dafür baut er nicht nur eigene Smartphones.

Hardware und Software aus einer Hand? Klingt wie die Philosophie von Apple, ist aber jetzt auch Googles Ansatz. Am Dienstagabend hat der US-Konzern deshalb diverse neue Geräte vorgestellt. Wir fassen die Neuheiten-Schau zusammen.

Smartphones: Was die technischen Daten betrifft, überrascht Googles neues Smartphone "Pixel" kaum. Zu viele Infos waren vorher schon durchgesickert. Etwa, dass es eine große und eine kleine Variante geben würde. Wie kolportiert, verfügt das XL-Modell über ein 5,5-Zoll-Display, das mit 2560 mal 1440 Bildpunkten auflöst, die Standardvariante hat fünf Zoll und 1920 mal 1080 Pixel. Auch Vierkern-Prozessoren, vier Gigabyte RAM sowie wahlweise 32 oder 128 Gigabyte Festspeicher sind mittlerweile gängig. Entscheidend aus Sicht von Google ist jedoch, dass es sich bei den Pixel-Geräten um die ersten Smartphones handelt, bei denen die neue, firmeneigene "Assistant"-Software vorinstalliert ist. Interessant ist auch das Thema Fotografie: Die integrierte Hauptkamera soll bessere Bilder liefern als jede andere Smartphone-Optik auf dem Markt. Hält man den Auslöser gedrückt, nimmt die Bilder-App eine Fotoserie auf und sucht automatisch das beste Motiv aus. Dazu räumt Google Pixel-Besitzern unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und hochauflösende Videos auf seinen Firmenservern ein. Dank einer Schnellladefunktion lässt sich der Batterieladestand binnen 15 Minuten so weit erhöhen, dass das Smartphone danach sieben Stunden durchhält. Je nach Speicherkonfiguration und Displaygröße werden die Google-Handys zwischen knapp 760 und über 1000 Euro kosten. In Deutschland sollen die Geräte ab dem 20.Oktober bei der Telekom erhältlich sein.

Virtual-Reality-Brille: Daydream View heißt das neue Google-Headset für die Virtuelle Realität (VR). Wie das Gear-VR-System von Samsung hat die Brille kein eigenes Display, sondern einen Einschub, in den das Smartphone - in diesem Fall das Pixel-Handy - gesteckt wird. Steuern lässt sich das Gerät über einen externen Controller. Unter den Partnern, die jetzt schon Inhalte für die Virtuelle Realität bereitstellen, ist beispielsweise Warner Brothers. Der Filmkonzern plant demnach, exklusive VR-Inhalte aus der Harry-Potter-Welt auf die Daydream-Plattform zu bringen.

Digitaler Assistent: Den ebenfalls erwarteten Bluetooth-Lautsprecher Google Home gab es dieses Jahr schon zu sehen: Auf einer Entwicklerkonferenz im Mai wurde das Gerät erstmals präsentiert. Der unscheinbare Zylinder kann Musik abspielen, den digital geplanten Tagesablauf vorlesen oder auf mehr oder minder sinnvolle Fragen antworten - etwa diese: "Dürfen Hunde Schokolade essen?" Grundsätzlich ist das System als Schaltzentrale für den vernetzten Haushalt konzipiert. Amazon hat mit dem "Echo" schon seit Jahren einen solchen Assistenten im Sortiment - zumindest in den USA. Google Home soll allerdings deutlich günstiger sein. Wann es den smarten Lautsprecher auch in Deutschland zu kaufen gibt, steht derzeit noch nicht fest.

Streaming-Stick: 30 Millionen Multimedia-Adapter hat Google verkauft. Jetzt kommt ein neues Modell auf den Markt. Mit dem Chromecast Ultra können auch Ultra-HD-Inhalte übertragen werden, außerdem werden Standards wie High Dynamic Range (HDR) und Dolby Vision unterstützt. In Deutschland soll der 79 Euro teure Stick ab November in den Handel kommen.

W-Lan-Router: Stabiler Netzzugang in jeder Ecke der Wohnung - diesen Job soll künftig Google Wifi erledigen. Router dieses Typs verkauft Google ab Dezember einzeln für 129Dollar, ein Dreier-Pack für größere Haushalte schlägt mit 299Dollar zu Buche. Angaben zum Verkaufsstart in Deutschland und den Preisen in Euro bleibt Google bislang schuldig. (mit dpa)

https://madeby.google.com/

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...