Dresdner Biologen entschlüsseln Herkunft des Safran-Krokus

Dresden (dpa/sn) - Dresdner Biologen haben die genetische Herkunft des Safran-Krokus entschlüsselt. Aus der Pflanze wird Safran gewonnen, das als teuerstes Gewürz der Welt gilt. Wie das Institut für Botanik der TU Dresden am Montag mitteilte, stammt der Safran-Krokus von nur einer Art ab - der in Griechenland vorkommenden Krokus-Wildart Crocus cartwrightianus. Diese Erkenntnisse schlössen die jahrhundertelange Suche nach den Ursprüngen dieser mythisch aufgeladenen Pflanze ab, hieß es. Erst wenn die Elternarten des Krokus bekannt sind, lassen sich laut Institut theoretisch Veränderungen durch Neuzüchtung erzielen. Die Pflanzen der Krokus-Wildart seien aber sehr heterogen, was eine Züchtung schwierig mache, erklärte der Professor für Zell- und Molekularbiologie am Institut für Botanik, Thomas Schmidt.

Bisher kann der Safran-Krokus (Crocus sativus) den Angaben zufolge nicht gezüchtet werden. Alle weltweit kultivierten Pflanzen stammen demnach aus Tochterknollen.

Für ein Kilogramm Safran werden bis zu 30 000 Euro gezahlt. Gewonnen wird es aus dem im Herbst blühenden Safran-Krokus. Für die Herstellung von einem Kilogramm Safran werden rund 150 000 bis 200 000 Blüten von Hand geerntet und die jeweils drei Blütenfäden isoliert und getrocknet. Auf diese Art werden weltweit jedes Jahr etwa 200 Tonnen Safran-Fäden gewonnen. Der Safran-Krokus wächst unter anderem in Indien, Afghanistan, dem Iran und Pakistan. Sogar in der Nähe von Dresden wird seit einigen Jahren wieder Safran angebaut, nachdem es ab 1570 eine jahrhundertelange Unterbrechung gab.

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