Landkreis kauft fast halbe Million Schutzmasken

Behörde reicht Material an Einrichtungen weiter - Keine neuen Bestellungen

Plauen.

Der Vogtlandkreis hat bisher mehr als eine halbe Million Euro für die coronabedingte Anschaffung von Schutzausrüstung ausgegeben. Laut Landratsamt wurden bis Mitte Mai unter anderem 461.000 Mund-Nasen-Masken, 12.250 FFP2-Masken, 32.000 Einmalhandschuhe sowie mehr als 6000 Schutzbrillen und 3000 Einweghauben geordert. Gesamtsumme dieser Bestellungen: rund 600.000 Euro.

Die Kreisbehörde will - falls nötig - bis zu zwei Millionen Euro in die Anschaffung von Schutzmaterialien stecken. Der Kreistag hat dafür grünes Licht gegeben. Wegen der Pandemiesituation hatte Landrat Rolf Keil (CDU) den Beschluss im April via Umlaufverfahren fällen lassen. Das heißt, jeder Kreisrat erhielt eine schriftliche Beschlussvorlage, der er widersprechen konnte. Einen solchen Widerspruch habe es jedoch aus keiner Fraktion gegeben, erklärte jetzt Kreissprecher Uwe Heinl. "Die Beschlussvorlage ist ohne Widerspruch in Kraft getreten."

Im Vorfeld hatte es Kritik an dem gewählten Umlaufverfahren gegeben. Zum einen, weil die Verwaltungsvorlage Fragen offen ließ - etwa, wie die zwei Millionen Euro finanziert werden sollen. Zum anderen, weil keine Debatte zum Thema im Kreistag möglich war. Wie das Landratsamt auf "Freie Presse"-Anfrage nun erklärte, soll die Summe aus "freien, verfügbaren Haushaltsmitteln" generiert werden. "Da wir die Schutzausrüstung den Pflege-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen nicht kostenfrei zur Verfügung stellen, erfolgt ein Rückfluss des Geldes", so Heinl.

Kritiker hatten zudem die Frage aufgeworfen, weshalb der Kreis überhaupt Schutzausrüstung anschaffen müsse - diese Aufgabe hätten schließlich Bund und Land übernommen. Behördensprecher Heinl: "Als Landkreis haben wir uns darum bemüht, Schutzausrüstung zu kaufen, da zum damaligen Zeitpunkt sowohl vom Bund als auch vom Freistaat Sachsen keine Artikel geliefert werden konnten. Nachdem sich diese Situation geändert hatte, wurden von uns keine neuen Bestellungen bestätigt." Die Situation auf dem Markt für Schutzausrüstung sei zwar nach wie vor angespannt, inzwischen gebe es aber deutlich mehr Angebote.

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