Lebensraum für Insekten

Es summt und brummt weniger als früher. Dagegen wollen Yvonne Schulz und die Zwönitztal-Greifenstein-Region etwas tun.

Ehrenfriedersdorf/Pobershau.

Es summt und brummt auf und zwischen den vielen Blüten auf der kleinen Wiese, in der Yvonne Scholz vom Landschaftspflegeverband Zschopau-/Flöhatal (LPV) hockt. Mit wenig Aufwand hat sie hier mit ihren Mitstreiterinnen den Tisch für Bienen, Hummeln und andere Insekten gedeckt. Unweit davon befindet sich ein Rinden- und Mulchhaufen. In diesen Käferkeller können sich ebenfalls verschiedene Insektenarten zurückziehen. Dass es nicht immer einer größeren Fläche für ein Insektenbuffet bedarf, zeigt ein mit blühenden Pflanzen versehenes Körbchen. Das sind nur drei der sogenannten Lebensinseln, die verschiedene Insekten an der Naturschutzstation in Pobershau ansteuern können. Mit ihnen beweisen die Naturschützer, dass sich auch auf kleinen Flächen mit wenig Aufwand etwas für Insekten tun lässt.

Das gilt auch und vor allem in sonst intensiv genutzten oder dicht besiedelten Gebieten. Darüber möchten die Mitarbeiter aufklären. Mit Hilfe von Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen wollen sie möglichst viele Lebensinseln im Leaderfördergebiet Zwönitztal/Greifensteine schaffen, welches das Vorhaben unterstützt.

"Heute fliegen in Deutschland deutlich weniger Insekten als noch vor 30 Jahren", so Yvonne Scholz. Dabei werden etwa 90 Prozent aller Wildblumen von Insekten bestäubt. Diese Arbeit übernehmen sie auch für etwa drei Viertel der Nutzpflanzen. Außerdem bilden sie einen wesentlichen Teil in der Nahrungskette und sind hierbei etwa für Vögel besonders wichtig. "Dabei ist es so einfach, etwas für Insekten zu tun, und die Möglichkeiten sind so vielfältig", weiß Yvonne Scholz. Darüber würde sie gern mit den Vertretern von Kommunen, Unternehmen, Vereinen und Organisationen sprechen.

Einige Maßnahmen machen sich sogar im wahrsten Sinne des Wortes doppelt bezahlt. Sie nützen den Insekten und schonen die Kassen. Blühwiesen sehen schön aus und müssen nicht so häufig gemäht werden. Anlegen lassen sie sich auf Verkehrsinseln, an Straßen-, Feld- und Wegesrändern. Sogar in den Gärten finden sie immer mehr Akzeptanz. Viele Grundstücke sind zwar grün, aber sie bieten den Insekten kaum Lebensgrundlagen, weil auf den Rasenflächen nichts blüht. Der Einsatz von Mährobotern verstärkt das zusätzlich. Yvonne Scholz berät deswegen gern und zeigt Möglichkeiten auf, die jeder umsetzen kann.

www.lpv-pobershau.de

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