Lebensretter für kleine Alena gesucht

Alena Riedel leidet an Knochenmarksversagen. Es werden keine Blutkörper mehr gebildet. Zurzeit unterzieht sich das vierjährige Mädchen einer Immunsuppressiven Therapie. Schlägt die nicht an, kann ihr nur eine Stammzellenspende helfen.

Flöha.

Es waren kleine rote Punkte auf der Haut ihrer Tochter Alena, die Sandra und André Riedel aus Flöha aufmerksam werden ließen. Eine allergische Reaktion vielleicht, ein Hautausschlag? Eltern machen sich bei den Wehwehchen kleiner Kinder nicht immer gleich die großen Sorgen.

Weil die Punkte aber auch unter Druck nicht verblassten, fragte Sandra Riedel per Telefon eine befreundete Kinderkrankenschwester. Die riet zu einem Arztbesuch, und dann ging alles sehr schnell. Alena wurde ins Krankenhaus nach Chemnitz gebracht und von dort direkt und schnell in die Universitätsklinik nach Dresden. Die kleinen roten Punkte entpuppten sich als winzige Blutgerinnsel unter der Haut. Die sind ein Anzeichen für kleine Einblutungen ins Gewebe, was wiederum auf einen Defekt in der Blutbildung hindeutet.

Die Untersuchungen ergaben, dass in Alenas Knochenmark kaum mehr neue rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen gebildet werden. Ein Versagen der für die Blutbildung zuständigen Stammzellen im Knochenmark. Nach Ostern hatten die Eltern Gewissheit über die Diagnose. Es folgten mehrere Klinikaufenthalte für Alena. Mit Bluttransfusionen kann der Verlust von Blutzellen für eine Weile ausgeglichen werden. Das ist eine akute Behandlung, aber keine Therapie und für das viereinhalbjährige Mädchen eine Tortur.

Zurzeit versuchen die Ärzte, Alenas Immunsystem mit Medikamenten herunterzufahren und danach neu zu starten. Das klingt wie bei einem Computer, und so ähnlich funktioniert diese Therapie auch. So wie ein Rechner mit dem Neustart häufig einen vorangegangenen Fehler vergisst, soll auch Alenas Immunsystem die fehlerhafte Reaktion "vergessen", mit der die körpereigenen Stammzellen attackiert werden. Weil das Immunsystem stillgelegt wird, ist derzeit jeder Infekt, sind Keime oder Pilze eine lebensgefährliche Bedrohung für Alena.

Ob die Immunsuppressive Therapie Erfolg hat oder nicht, wird sich in knapp zwei Monaten zeigen. Erfolgreich wäre sie, wenn dann die Anzahl der eigenen Blutzellen wieder langsam ansteigt. Ist das nicht der Fall, bleibt als einzige Behandlungsmöglichkeit eine Stammzellentherapie, wie sie bei Leukämie häufig eingesetzt wird. Die muss dann schnell erfolgen, sagt André Riedel.

Deshalb wird bereits jetzt ein geeigneter Stammzellenspender für Alena gesucht. Die Eltern und Alenas ältere Schwestern Samira (9) und Marilén (7) funktionieren nicht. Zu gering sind die genetischen Übereinstimmungen. Nach Angaben der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) findet nur einer von drei Patienten, die eine Stammzellenspende benötigen, einen passenden Spender in der eigenen Familie. In der DKMS-Datenbank gibt es derzeit noch keinen idealen Stammzellenspender mit vielen genetischen Übereinstimmungen für Alena.

Eine Stammzellen-Typisierungsaktion, die der TSV Flöha 1848 starten wollte, wo Alena turnt, scheitert derzeit an den Corona-Beschränkungen. Es gibt aber die Möglichkeit der Online-Registrierung. Mit Unterstützung des TSV wurde auf der Internetseite der DKMS eine Aktionsseite für Alena freigeschaltet. Dort kann man sich registrieren und damit ein Typisierungsset anfordern, das Wattestäbchen für einen Wangenschleimhautabstrich sowie die erforderlichen Einverständniserklärungen enthält. Das Wattestäbchen mit dem Abstrich und die ausgefüllten Formulare werden per Post an das DKMS-Labor geschickt; und schon wird man möglicherweise zum Lebensretter. Bereits am ersten Tag haben sich 130 potenzielle Spender registriert.

André Riedel hofft auf viele Teilnehmer. Mit jedem potenziellen Spender steigen Alenas Chancen auf Heilung. Weil seine Frau mit Alena im Krankenhaus liegt, muss der 35-Jährige neben dem Job als Projektingenieur den Alltag mit Alenas Schwestern allein meistern. Er weiß, dass der Knochenmarkdefekt, an dem seine jüngste Tochter leidet, sehr selten ist, dass es aber gerade bei Kindern Heilungschancen gibt. Das helfe ihm, sagt er. Ende April erst ist das neue Haus in der Schweddey fertig geworden - ein altes Haus eigentlich, das nach zwei Jahren Um- und Ausbau ein neues geworden ist.

Familie Riedel kann schon immer auf die Unterstützung der Familie bauen, auch viele Freunde helfen. Eine Freundin hat jetzt eine Facebook-Gruppe initiiert und die Puppe Mademoiselle Blanche im Postpaket auf Reisen geschickt. Irgendwann soll sie Alena mit gesammelten Briefen, Postkarten, Fotos oder kleinen Filmen von ihren Reiseabenteuern erzählen können.

www.dkms.de/de/better-together/alena

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