Leipzig-Linie: Sind die Pläne hinfällig?

Der Bund will die Strecke Chemnitz-Leipzig elektrifizieren, aber vorerst nur zur Hälfte. Das bringt neue Probleme mit sich - nicht nur für die angedachte IC-Verbindung.

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
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    hkremss
    06.12.2018

    @Klemmi: Ganz genau richtig. Der aktuelle 'Plan' ist auch wieder nur ein Placebo, welches schon dem zweiten Blick nicht standhält. Im Freistaat und im zuständigen Ministerium fehlt schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten der Wille, dieses Ärgernis grundlegend zu lösen. Was könnte es für ein wichtiges Signal sein, die beiden Großräume Leipzig und Chemnitz und das ganze Gebiet dazwischen mit einer schnellen, modernen, unweltfreundlichen Schienenverbindung zu verbinden?! Wieviele Autos könnte man von der Straße nehmen?! Welche wirtschaftlichen Impulse könnte man auslösen, um damit ganz Südsachsen als Lebens- und Arbeitsraum attraktiver machen?! Nein, es passiert einfach nichts. Es ist ein Skandal!

  • 5
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    Klemmi
    05.12.2018

    Den Plan völlig in der Versenke verschwinden lassen wäre ein falsches Signal. Auch wenn das Unterfangen nicht mehr in sächsischer Verantwortung liegt, gerade jetzt muss Dresden Dampf machen, damit die schnellere Trasse über Bad Lausick elektrifiziert wird. Herr Müller hat Recht, es wurde nicht ausschließlich ein S-Bahntunnel finanziert und dort sind auch Chemnitzer Steuergelder verbaut worden. Ob es sinnvoll ist die Chemnitzer Züge wieder an den Rand zu legen und dazu eine Ebene tiefer, mag ich zu bezweifeln wie einen IC der zeitlich von einem Diesel-RE überholt wird. Sobald der Bund meint, irgendeine Investition auf dieser Strecke sei nicht wirtschaftlich, regt sich bei mir Skepsis in höchsten Maße. Nachdem jahrelang behauptet wurde, der Ausbau lohne sich nicht und der BVWP ohne diesem Projekt veröffentlicht wurde, regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Danach wurde geprüft und geplant und siehe da: Chemnitz-Leipzig schnitt besser ab als Dresden-Prag. Hat man jetzt bei dieser vermurksten Planung versucht, mit wenig Mitteln, die Gemüter zu besänftigen? Ganz nach dem Motto: „Die werden es nicht merken.“ Dieser bittere Beigeschmack haftet auf meiner Zunge. Chemnitz benötigt i.e.L einem adäquaten Fernverkehrsanschluss und eine stabile Verbindung nach Leipzig und keine mögliche S6X die sich mit dem RE6 abwechselt (das gab es schonmal: RE6/RE7, letzter war ziemlich unbeliebt) und vielleicht Bitterfeld oder Halle-Trotha ansteuert. Also am Ball bleiben, es war klar, dass das ein Haken hat.

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    Haecker
    05.12.2018

    1. Um die Elektrifizierung von ca. 40 km wird ein "Aufriss" betrieben, als gänge es um den Neubau einer Eisenbahnstrecke. Wieviel Studien zu dieser Strecke wurden in den letzten 10 Jahren eigentlich schon angefertigt?
    2. Es ist schon lange bekannt, dass der Bund nur die Elektrifizierung bezahlen soll (allerdings der gesamten Strecke), die Verlegung eines 2.Gleises auf wenigen Kilometern aber der Freistaat.
    3. Es ist richtig, dass der City-Tunnel ursprünglich nicht nur für S-Bahnen geplant war. Und wenn man sich die Führung der S-Bahn-Strecken mal näher anschaut, dann hat man bei der einen oder anderen schon den Eindruck, dass es nicht unwesentlich darum geht, eine möglichst hohe Auslastung des City-Tunnels zu erreichen. Detlef Müller hat sicher recht mit der Auffassung, dass das S-Bahn-Netz evtl. etwas umgestrickt werden kann.
    4. Der Abschnitt Geithain - Borna ist ja nicht der einzigste Abschnitt der Strecke, auf dem nur 100 km/h zugelassen sind. Sonst würde man für die 81 km keine Stunde benötigen (auch die vorherigen Neige-Triebwagen waren kaum schneller). Und die Eingleisigkeit dieses Abschnitts kann auch nicht das Problem sein, da fast die gesamte Strecke eingleisig ist (außer Chemnitz - Wittgensdorf ob Bf und Narsdorf - Geithain) und ohnehin nur auf wenigen Kilometern (7 km?) zweigleisig werden soll.

    Kurz und gut: Macht endlich los, auch wenn es nicht ideal ist!