Petition für Rettung der Kapelle Neuensalz

Die Interessensgemeinschaft für den Erhalt der Kapelle Neuensalz macht weiter Druck. Sprecher Joachim Riedl und seine Mitstreiter wollen die Debatte durch mehr Öffentlichkeit befeuern. Sie sehen dafür gute Gründe.

Neuensalz.

Als im vergangenen Jahr die Kapelle Neuensalz als Kultureinrichtung auf dem Spiel stand, gründete sich die Interessensgemeinschaft (IG ) für den Erhalt der Kapelle Neuensalz. Das Aus konnte abgewendet werden - vorerst. Die Mitstreiter lassen deshalb nicht locker. Aktuell haben sie eine Online-Petition für ein Weiterbestehen der Kapelle Neuensalz als Kultur- und Veranstaltungszentrum initiiert. Laut IG-Sprecher Joachim Riedl sind bereits über 200 Unterschriften aus dem gesamten Vogtland und darüber hinaus zusammengekommen. Die Listen liegen auch in der Kapelle aus.

Die Freunde des beliebten Kleinods hoffen, dass bis Ende Juni dieses Jahres noch viele Unterzeichner dazukommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wollen sich die Entscheidungsträger zur Zukunft der Vogtland Kultur GmbH konkret äußern. Bis dahin will die IG die Debatte rund um die Kapelle und den gesamten Kulturbetrieb gemeinsam mit den Bürgern fortführen.

"Die Öffentlichkeit wird nicht genug mit einbezogen", kritisierte Riedl die Verantwortlichen. Er und seine Mitstreiter befürchten, dass am Ende des Prozesses die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden. "Wir erwarten zumindest eine Zwischenbilanz der bisherigen Gespräche." Ansonsten führe das Schweigen zu wilden Spekulationen. Schließlich stünden auch Arbeitsplätze auf dem Spiel. Allein in der Kapelle Neuensalz sind drei Mitarbeiter beschäftigt.

Den Unterstützern der IG brennen viele Fragen auf den Nägeln. Manche befürchten sogar, dass sich der Kulturbetrieb auflösen könnte. Abzuwarten bleibt auch, wie sich die Gemeinde um Bürgermeisterin Carmen Künzel (parteilos) in Bezug auf die Kapelle positioniert. Die Bewilligung des Zuschusses in Höhe von 4000 Euro gilt vorläufig nur für dieses Jahr. Die Gemeinde-Chefin äußerte sich im Vorfeld skeptisch, dass es bei dieser finanziellen Belastung bleibt. Sie geht davon aus, dass die Zuschüsse der Gemeinde für die Betreibung der Kapelle als Kultur- und Veranstaltungszentrum vom Vogtlandkreis erhöht werden.

Für Riedl steht außer Frage, dass Kultur nur durch Zuschüsse eine echte Chance hat. "Ansonsten können wir gleich wieder in die Höhle gehen." Wie Riedl informierte, plant die IG - der Termin steht noch nicht fest - ein weiteres Treffen mit Bürgern und politischen Entscheidungsträgern.

Die Verunsicherung infolge der ausstehenden Entscheidungen merken die Mitarbeiter bereits heute. "Die Anmeldungen für Hochzeiten sind bereits merklich zurückgegangen", verriet Riedl. Planungen für Veranstaltungen seien im Moment sehr schwierig. "Die Fördergelder für 2018 müssen bis Mitte Juli dieses Jahres beantragt werden."

Indessen laufen die Vorbereitungen fürs Festwochenende zum 30-jährigen Bestehen der Kapelle als Kulturzentrum auf Hochtouren. Die Organisatoren haben vom 8. bis zum 9. Juli ein attraktives Programm zusammengestellt. Die Veranstaltungen finden im Innen- und Außenbereich statt. Riedl kündigte unter anderem eine Ausstellung sowie einen Vortrag rund um den Umbau der Kapelle an. Zu den Highlights gehören ein Rockkonzert mit der Red Hot Chilli Peppers Revival-Band (8. Juli) und ein Kabarettabend (9. Juli) mit Gunther Böhnke.

Die Petition finden Unterstützer online: www.freiepresse.de/kapelle

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