Maskenfall

Warum auf französischen Straßen und Bürgersteigen immer mehr Müll liegt

Immer mehr Menschen begeben sich nur noch mit Gesichtsmasken vor die Tür, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Bis auf die, die das alles doof finden. Gibt es immer. Dennoch haben die Deutschen so langsam ihren Frieden mit dem Gesichtsschutz im öffentlichen Raum gemacht.

Unabhängig von den korrekten Bezeichnungen wie Community-Masken für das Selbstgenähte, filtrierende Halbmasken oder einfach nur medizinische Gesichtsmasken, sind mittlerweile eine Reihe von "Kosenamen" für die Masken im Umlauf. "Snutenpulli" auf Norddeutsch, "Gsichtsbämbers" auf Fränkisch, "Schnüssjardinche" auf Kölsch oder "Babbellappe" auf Hessisch sind noch die gängigsten Bezeichnungen. Wer seine Maske aber so richtig liebt, der sagt: Wo ist denn mein "Schnuffeltuch"? Es klingt wie eine zärtliche Hommage an die vielen, die zurzeit in liebevoller Handarbeit nähen, stricken oder häkeln, bis wieder eine tolle Maske entstanden ist. Okay, letztere dürften allerdings nur wenig Schutzwirkung entfalten ...

Wer seiner Maske einen Kosenamen gibt, der lässt sie nicht achtlos auf die Straße fallen - oder auf der Parkbank liegen. In Frankreich kann das jetzt richtig teuer werden. Die Regierung plant eine Erhöhung der Strafe von 68 auf 135 Euro. "Der Plastikmüll aus der Covid-19-Krise erinnert uns daran, dass saubere Ozeane mit sauberen Bürgersteigen beginnen", schrieb die Staatssekretärin im Umweltministerium, Brune Poirson, am Sonntag auf Twitter. Ein Verordnungsentwurf sieht nun eine Verdopplung der Strafe vor. Auch so kann ein Beitrag zum heutigen Welttag der Ozeane ausfallen.

Offenbar sind in Frankreich in den letzten Wochen vermehrt Masken oder Handschuhe auf den Bürgersteig geworfen worden. So was tut man nicht. Gebrauchte Masken, Handschuhe und Taschentücher sind potenziell infizierte Abfälle, also kontaminiert. Der Entwurf in Frankreich betrifft übrigens auch Zigarettenkippen, Dosen und anderen Müll, der achtlos weggeworfen wird. Eine gute Sache. Und "Schnuffeltücher" gehören schon mal gar nicht auf die Straße.

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