Mattenfüchse verteilen sich auf Parklücken

Not macht erfinderisch: Als das Training wieder erlaubt, die Hallen aber noch zu gewesen sind, haben die Ringer des FC Erzgebirge Aue auch ohne große Matte einen Weg gefunden.

Aue.

Disziplin kommt derzeit noch vor allem anderen. "Aber selbst die Jüngsten halten sich an die Vorgaben, die wir ihnen machen", sagt Björn Schöniger, der Chefcoach der Auer Ringer vom FC Erzgebirge. Seit der ersten Mai-Woche bietet die Abteilung wieder Training an - allerdings unter ganz besonderen Bedingungen. "Wir sind mit den Großen gestartet und haben eine Idee getestet, die es uns auch erlaubt, außerhalb der Halle zu trainieren", so Schöniger.

Den Platz dazu haben die Mattenfüchse. Denn zu ihrem neuen Domizil, einem ehemaligen Supermarkt in Bad Schlema, gehört ein großer Parkplatz. "Also haben wir unsere Sportler einfach auf die Parklücken verteilt. Das brachte den geforderten Abstand." Weil es zum Auftakt mit den Großen, die teils zum Bundesliga-Kader gehörten, so prima klappte, zogen eine Woche später die Altersklassen 9 bis 14 Jahre sowie 6 bis 9 Jahre gleich nach. "Alle haben sich nach dem Training gesehnt. Sie brauchen diese Auslastung", sagt Schöniger, der auch genau feststellen konnte, wer es in Sachen Fitness in Eigenregie ernst genommen hat - und wer nicht. "Aber es ist alles aufzuholen."

Entsprechend motiviert gingen auch die Kleineren in die erste Trainingsstunde nach wochenlanger Zwangspause wegen Corona. Unterstützt wird Schöniger beim Training an vier getrennten Stationen für Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Spiel von jungen Sportlern, Übungsleitern und Eltern. "So behalten wir alle im Zaum." Für die Hilfe sei er sehr dankbar, zumal er derzeit nebenbei bei Malermeister André Skotarczak aus Lößnitz einen Minijob hat. Der Sohn des Unternehmers trainiere unter seinen Fittichen. "Erik ist Landesmeister und Zweiter der Mitteldeutschen Meisterschaft. Ein großes Talent." Dass er beim Vater nun sein Kurzarbeitergeld aufstocken kann, kommt dem Chefcoach sehr entgegen. "Eine tolle Geste, die mir sehr hilft", so Schöniger. Ein bisschen begrenzt hat er den Trainingsbetrieb trotz aller Euphorie. Für die Großen gibt es wöchentlich vorerst drei statt fünf Termine. Und die Bambini zwischen drei und sechs Jahre sind noch nicht wieder eingestiegen. "Aber sie folgen, sobald es die Situation zulässt."

Über weitere Lockerungen durften sich die Ringer indes schon freuen. So sind die Hallen wieder geöffnet - unter Auflagen. "Aber die können wir bei uns gut umsetzen, da wir ja die einzigen Nutzer sind", so Schöniger. Er hofft, dass wenigstens die Bundesliga im Herbst stattfindet. Bitter treffe den Nachwuchs die Absage der deutschen Meisterschaften. "Trotzdem schauen wir nach vorn."

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