Vor wenigen Minuten hatte ich mich schon entschieden, auch heute keinen Blogeintrag ins Netz zu stellen, weil ich schon gestern darauf verzichtet hatte, nachdem die Leser am Telefon  sich seit einigen Wochen schon (offenbar in einer geheimen Konspiration) entschieden haben, das "Zeitalter des Jammerns" auszurufen und damit die Ära "Der Ärger muss einfach mal raus" zu beenden. Soll heißen: Der negative Grundtenor (oft auch an dieser Stelle) geht (auch) mir zunehmend mehr auf die Nerven. Dann aber passierte dies, ein Leser ließ mich wissen:

"Und dann gibt es noch die Biosophie - doppelter Preis für rein biologische Lebensmittel. Hier muss der Verbraucherschutz wirksam werden", meinte er zu einem Artikel über die Forderung von Verbraucherschutzorganisationen nach höheren Steuern auf zuckerhaltige Getränke. Mit diesem Thema hatte ich mich auch schon beschäftigt und war zu der Überzeugung gelangt, dass man der Tatsache, dass Bioprodukte oft (wesentlich) teurer als normale Lebensmittel sind, ohne dass man sich der Bioqualität auch wirklich sicher sein kann, durchaus kritisch gegenüber stehen darf. Nachdem ich diesen Satz in meinem Protokoll notiert hatte, fand ich den Vorschlag, diesem Konsumphänomen einen Namen zu geben, gar nicht so schlecht. Also habe ich "Biosophie" in die Suchmaschine eingegeben, weil ich mich vergewissern wollte, ob dieses Wort schon etabliert ist. Und war sowas von erstaunt:

Die Biosophie gibt es wirklich, nach meinen Recherchen im Netz würde ich diese Definition wagen: Die erkennende Lehre über das Führen eines erfüllenden Lebens auf Grundlage der Weisheit über die wohltuenden Tiefen der Natur. Also: Ab heute bin ich Biosoph.

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