Gestern gab es zum Abendbrot eine Mohnbrötchen-Oberhälfte mit Chili-Speckkäse und eine Mohnbrötchen-Unterhälfte mit Würfelkäse. Leider fielen ein paar Möhne in die Tasse. Andere Kinder essen einfach eine Schnitte mit Käse oder Salami (Salaam, sagt die Große dazu. Ich wusste gar nicht, dass sie auch Arabisch kann).

Bei uns aber sind die Wortschöpfungen der Kinder schon lange in den familiären Wortschatz übergegangen. "Kauf mal noch Chili-Speckkäse", sage ich zu meinem Mann, und der wundert sich nicht. Es handelt sich um einen gewürzten Räucherkäse, und "Würfelkäse" ist einfach ein Hirtenkäse mit Kräutern, den eine Maschine dankenswerterweise schon in Würfel geschnitten hat. Kritiklos übernehmen wir also die Vokabeln der Kinder. Weil's so schön ist. Wenn der Mittlere (2) zum Nachtisch "Appelmus mit Jogog" möchte, korrigieren wir ihn nicht. Natürlich möchte er viel Joghurt oder doch wenigstens "halbviel", denn er ist ja schließlich auch schon "halbgroß". Sagt er. Woraufhin seine Schwester wissen will, ob halbvoll mehr ist als mittelvoll.

Ich habe keine Ahnung. Aber immerhin habe ich gelernt, dass ein besonders schnelles U-Boot auch "ICE-U-Boot" genannt wird. Na, hoffentlich hat das keine Verzögerungen im Betriebsablauf. In der Turnhalle gibt es übrigens einen "Lolliball". "Den kann man essen!", freut sich mein Sohn. Unsere Große dagegen weiß schon, was ein Volleyball ist. Schließlich ist sie ja schon sechs und bekommt diesen Sommer ihre Salztüte, oder wie das Ding heißt.

Und was fährt auf der Baustelle herum? Richtig, der Tongemischer. Den findet man auch im Bilderbuch. Oder man malt ihn mit Farbenwasser auf Papier. Ich weiß auch, wo die Eisbären wohnen: Am Nordpo natürlich.

Dagegen habe ich meiner Tochter noch nicht erklären können, warum das Flugzeug nicht Fliegzeug heißt. Mir hat ja auch noch niemand gesagt, warum der Bahnhof kein Zughafen ist und der Flughafen kein Flughof. Dafür weiß ich aber sicher, dass wir nicht noch "irgendwelche Linge" bekommen. Die Große möchte ja noch Zwillinge als Geschwister haben. Oder vielleicht auch Vierlinge.

An dieser Stelle breche ich das Gespräch meistens ab. Man sollte auch beim Essen nicht so viel quatschen. Und schon gar nicht Quatsch machen. "Wenn ihr jetzt nicht ordentlich esst, dann nehme ich euch die Teller weg", sage ich. Woraufhin meine Große sofort die richtigen Worte findet: "Das ist Expressung!"

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