Ich schnappe mir die Zahnbürste, und dann kann es losgehen mit dem Nachputzen der Milchzähne. Könnte. Wenn nur nicht der Mittlere (2) lauthals riefe: „Der Papa soll das machen!“ Der ist gerade am anderen Ende der Wohnung mit was ganz anderem beschäftigt, aber das macht nichts. Wenn der Papa gewünscht wird, dann kommt er. Und ich verziehe mich mit einem halb genervten, halb belustigten „Der Papa, der Papa, der Papperlapapp!“

Arbeitsteilung zwischen Müttern und Vätern ist ein großes Thema. Manche Paare streiten darüber. Wir nicht. Wir tun einfach das, was die Kinder uns befehlen. Nicht nur aus Bequemlichkeit, um dem nächsten Trotzanfall vorzubeugen. Nicht nur, weil wir wissen, dass die „Der-Papa-soll“-Phase irgendwann vorbei sein wird. Nicht nur, weil ich abends eh keine Lust mehr habe, Zähne und sonstige Körperteile zu schrubben. Sondern aus Prinzip. Wenn der Papa tagsüber nicht da ist, muss er eben abends ran. Nicht nur im Sinne einer gleichberechtigten Arbeitsteilung. Sondern weil es für die Kinder wichtig ist, dass sich beide Eltern möglichst viel mit ihnen beschäftigen.

Ich bin überzeugt: Wenn Väter wegen ihres Vollzeitjobs keine enge Beziehung zu ihren Kindern aufbauen können, dann liegt es daran, dass sie ihnen nach Feierabend zu selten den Hintern abwischen. Vielleicht auch daran, dass Mütter ihnen solche verantwortungsvollen Aufgaben nicht zutrauen.

Nun gibt es zum Thema eine Studie aus der Schweiz, sie heißt „Tarzan“-Studie (Warum eigentlich nicht Jane-Studie?). Sie stellt fest, dass moderne Väter durchaus viel zur Familienarbeit beitragen. Beim Entsorgen, Reparieren, bei Administration und Anschaffungen leisten sie sogar den überwiegenden Teil. Dagegen hält sich ihr Engagement beim Einkaufen, Kochen, Waschen und Putzen eher in Grenzen.

Soll man das einfach so akzeptieren? Auch ich fülle lieber ein Versicherungs-Formular aus, als das Klo zu putzen. Obwohl ich eine Frau bin. Kaum vorstellbar, oder?

Bei uns ist es wie gesagt anders. Wenn mein Mann nach Hause kommt, ist er für alles zuständig (außer Stillen). Während er die Kinder ins Bett bringt und die Küche aufräumt, kümmere ich mich um Steuer und Versicherungen. Das ist auch viel effizienter. Schließlich habe ich mal Volkswirtschaftslehre studiert. Das heißt zwar nicht, dass ich Steuern und Versicherungen verstehe. Aber das tun andere Leute ja auch nicht. Und wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, frage ich einfach meinen Mann.

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