In dieser Kolumne geht es – Entschuldigung – ums Kacken. Aber nicht nur darum, keine Sorge. Es geht auch ums Pinkeln und ums Pupsen. Tut mir leid, wenn Sie gerade beim Frühstück sitzen. Falls Sie allerdings auch kleine Kinder haben, stört Sie die Tischlektüre wahrscheinlich gar nicht. Ich jedenfalls bin inzwischen abgehärtet. Denn meine Kinder – alle drei – müssen grundsätzlich beim Essen auf die Toilette. Logisch: Oben rein, unten raus. Man spricht auch vom Trichter-Prinzip.

Auch sonst sind Ausscheidungsprozesse irgendwie ein ständiges Gesprächsthema in Familien mit kleinen Kindern. Und, seien wir mal ehrlich: Die Kinder sprechen nur das aus, was uns alle täglich beschäftigt. Schließlich leben wir in einem Land, in dem sich ein Buch mit dem Titel „Darm mit Charme“ wochenlang auf den Bestsellerlisten halten kann. Einen besonderen Charme haben auch die Kommentare des Mittleren (2), der seinen Darm gerne in einem mehrstufigen Verfahren entleert, nicht ohne jeden einzelnen Zwischenschritt stolz zu kommentieren („Oh, ein Kacka! Oh, zwei Kacka!“). Wie die korrekte Pluralform lautet, weiß ich nicht sicher. Steht auch nicht im Duden. Jedenfalls bin ich ja froh, dass der Junge schon alleine aufs Klo geht. Doch wenn er es nicht gerade beim Essen tut, dann abends, wenn er längst schlafen sollte. Stattdessen informiert er mich darüber, dass es im Kindergarten auch eine Toilette gibt. Woraufhin die Große (5), die ebenfalls schlafen soll, aus dem Kinderzimmer ruft: „Es gibt sogar drei Toiletten!“ Dann bin ich ja beruhigt. Wir bekommen also eine angemessene Gegenleistung für unsere Elternbeiträge.

Das Thema ist nun mal faszinierend für Kinder. Als die Große zwei war, malte sie wochenlang nur Toiletten. Manche hatten sogar eine Brille. Und Augen. Damit sie was sehen konnten. Als ihre Freundinnen mal im Kindergarten fehlten, vermutete sie gleich einen Magen-Darm-Infekt: „Vielleicht hatten sie Abfall.“ Inzwischen ist die Fäkaldiskussion auf einer neuen Ebene angelangt. Etwa bei der Frage, ob Elsa, die Eiskönigin, auch manchmal aufs Klo geht und wenn ja, warum das in dem Disney-Film nicht gezeigt wird. Ich hingegen frage mich, wer ihr das lange Kleid hochhält … Und kennen Sie eigentlich dieses Lied: „Fli, fla, flo, die Katze lief im Klo. Und als sie dann nach Hause kam, da hatt' sie gelbe Stiefel an …“

So. Und falls Sie jetzt immer noch tapfer beim Frühstück sitzen, dann wünsche ich einen guten Appetit.

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