Manchmal stoße ich tatsächlich in meinem Versuch, für alle Standpunkte zumindest so viel Verständnis aufzubringen, dass es mir gelingt, meine eigene Meinung, die eine ganz andere ist, für mich zu behalten, weil ich weiß, dass es dem Leser besser ergeht, wenn er nicht mit mir darüber diskutieren muss, weil er mich allein mit der Absicht angerufen hat, seinen Unmut loszuwerden. Dass soll nicht heißen, dass ich nicht gern debattiere, weil ich es bei solchen Themen eigentlich mit Begeisterung tun würde, doch hat mich die Erfahrung gelehrt, dass es für alle Beteiligten besser ist, wenn ich sage: "Vielen Dank für den Hinweis, ich gebe ihn gern an die zuständigen und verantwortlichen Kollegen weiter, doch wenn sie ihre Meinung in der Zeitung lesen wollen, müssen sie einen Leserbrief schreiben, den ich dann im Leserforum veröffentlichen kann." Diese lange Einleitung war mir wichtig, weil es zwei Anrufe zu der Meldung "Ministerin will Kükentöten beenden" gab. Der erste Leser meinte: "Angesichts der hunderttausende Kinder, die auf der ganzen Welt jedes Jahr verhungern, empfinde ich solche Bemühungen als die reinste Heuchelei." Der zweite gehörte zu denen, die sich mehr oder weniger regelmäßig bei solchen Themen, in den es um Tierwohl oder Tierschutz geht, bei mir melden: "Wenn doch nur das ungeborene menschliche Leben in unserem Staat ähnlich viel Aufmerksamkeit und Schutz genießen würde."

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