Zwei Dinge sind zurzeit bei mit an der Tagesordnung. Zum einen erreichen mich unterbrochen Meinungen von Lesern zur Maskenpflicht mit viel Kritik daran, aber auch mit konstruktiven Vorschlägen zur Lösung des Problems, dass es zu wenig solcher die Nase und den Mund bedeckenden Vorrichtungen gibt. Zum anderen rufen mich viele Leute an und weisen mich ausdrücklich darauf hin, dass sie das, was sie mir gerade erzählt haben, auf keinen Fall mit ihrem Namen in der Zeitung lesen wollen. Weil in dem folgenden Fall diese beiden Konstanten innerhalb meiner Arbeit als Leserobmann zusammen gekommen sind, möchte ich davon berichten, weil ich auch keine Ahnung habe, wo ich dem Wunsch des Lesers entsprechen und seinen Vorschlag der Öffentlichkeit zugänglich machen kann, ohne seinen Namen zu nennen. Es geht dem Mann um einen etwas anderen Mundschutz, seiner Meinung nach die alles verändernde Alternative zur aus Fasern bestehenden selbst gemachten Maske. Seine Gebrauchsanweisung ist diese, ich zitiere sie einfach mal wörtlich:

"Der Randstreifen einer für Dokumente vorgesehen Klarsichthülle wird in der Breite eines Brillengestells in der Mitte sowie rechts und links abgeschnitten (etwa zwei Millimeter). Durch die verbliebenden beiden Hohlstreifen werden die Brillenbürgel so durchgeschoben, dass die Folie nun als Visier getragen werden kann. Zum besseren Schutz kann man noch die beiden unteren Ecken mit Klebestreifen etwas nach innen fixieren. Fertig ist eine Maske, die für den Einkauf und kurze Fahrten mit der Bahn vollkommen ausreichend ist." Meine Frage: Kann das bitte mal jemand ausprobieren und mich informieren, wie das Experiment ausgegangen ist und nach Möglichkeit mir noch ein Foto schicken, wie man mit einem solchen Nasen- und Mundschutz aussieht? 

Gewöhnt habe ich mich mittlerweile auch daran, auch wenn mir weiterhin jedes Verständnis dafür fehlt, doch nahezu täglich erreichen mich Anrufe von Leuten, die mir von ihren Erfahrungen mit der der Maskenpflicht berichten, aber nicht im konstruktiven, sondern eher im weniger freundlichen, also mehr im anklagenden Sinne, denn ihnen geht es nur darum, mir von einem eklatanten Fehlversagen zu berichten. So wieder Mann: "Fast wäre es zum Lachen, wenn einer kleiner Laden auf einem Türschild darauf hinweist: Nur einzelnen eintreten und mit Maske, während sich drinnen sowohl Ver- als auch Käufer unmaskiert in trauter Zweisamkeit beim Ware verpacken intensiv unterhalten, die großen Schaufenster erlauben diesen tiefen Einblick."

Nun möchte ich diesen Blogeintrag noch positiv beschließen, also kurz von dem Vorschlag eines Leser berichten, den ich wirklich bemerkenswert fand. Seine Meinung nach ist es eine gute Idee, wenn demnächst wieder Fußballspiele stattfinden können, mit oder auch ohne Zuschauer, doch findet er es bedenklich, dass die Kicker sich nicht die Nase putzen, sondern einfach ein Lock zu halten, und sich schnaubend auf den Rasen erleichtern, was er angesichts der Verbreitung von Viren für extrem gefährlich hält. So könnte das Problem seiner Ansicht nach gelöst werden: Man näht an die Hosen der Fußballer ein kleine Tasche dran, in der sie ein oder auch zwei Papiertaschentücher verstauen können, damit sie sich so die Nase putzen können, wie es jedes Kind bereits im Kindergarten lernt. Und was für Fußballer gut ist, kann für Rennradfahrer nicht schlecht sein, oder?

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