Für meine Verhältnisse (und das meine ich tatsächlich nicht ironisch) wird dieser Blogeintrag ein kurzer, denn irgendwie werde ich momentan das Gefühl nicht los, dass die Stimmung unter den Leuten, die sich bei mir melden, etwas angespannter ist als sonst. Soll heißen. Von Heiterkeit geprägte Gespräche, die mich und den Anrufer ebenso begeistern wie sie fruchtbar und lösungsorientiert sind, führe ich (gefühlt ungefähr seit dem Ausscheiden deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft) eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Und heute ist zum zweiten Mal vorgekommen (vom ersten habe ich nicht berichtet, weil ich mich ganz fürchterlich dafür geschämt habe), dass ich während einer Unterhaltung mein Headset abgenommen und es in die Ecke meines Büros geworfen habe. Weil das Gespräch nicht lange dauerte, zitiere ich entscheidende Passage wörtlich. Der Mann in der Leitung hatte mir die Überschrift eines Artikels vorgelesen und mich gefragt, ob er mit mir mal darüber sprechen kann. Also habe ich, wie immer, zunächst gefragt, wann und auf welcher Seite der Bericht in der Zeitung gestanden hatte:

"Der Artikel steht auf der Seite 10 im Lokalteil, ich habe ihn vor mir liegen."

"Dann kann ich Ihnen zwar zuhören, aber nicht mit Ihnen darüber reden, weil ..."

"Verstehe ich nicht, sind Sie nun der Leserobmann oder nicht"

"Doch, aber ich kann leider nicht alle 19 Lokalausgaben gelesen haben, da bitte ich um Verständnis, deshalb ..."

"Das darf ja wohl nicht wahr sein. Und wie lösen wir das Problem jetzt"

"Das ist ganz einfach: Sie sprechen mit dem Kollegen, der in Ihrer Ausgabe von zehn bis zwölf am Lesertelefon sitzt, denn er hat den Bericht mit Sicherheit gelesen und kann mit Ihnen darüber sprechen."

"Und wie komme ich an die Telefonnummer?"

"Die steht immer auf der ersten Lokalseite, das ist also die Seite 9, ganz oben links neben dem Foto des Redakteurs."

"Das geht jetzt nicht, ich habe keine Zeit, mir den Teil rauszusuchen, der Rest der Zeitung liegt schon in der Papiertonne. Geben Sie mir einfach mal die Nummer."

"Aber, Sie müssen doch nur ..."

"Ich werde verrückt, geben Sie mir jetzt die Nummer, oder ich ..."

 

Sollte jemand den Grund meines eigenen Ärgers an dieser Stelle nicht nachvollziehen können, kann ich ihm auch nicht helfen. Das ist dann mal eben so. Entsprechende Fragen, sollten sie mich erreichen, werde ich nicht beantworten.

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