Einen wichtigen Impuls für die Debatte über den alltäglichen Rassismus in unserem Land habe ich, wenn man dem Leser glauben darf, der ihn mir vorgetragen hat, von diesem Mann bekommen: "Die Ausgrenzung von Menschen ist ein viel größeres Feld, denn es beginnt schon bei solchen körperlichen Auffälligkeiten wie zu dick und zu dünn oder zu groß und zu klein, weil diese Menschen eindeutig Nachteile zu erleiden haben, wenn sie sich beispielsweise etwas zum Anziehen kaufen wollen, denn die Modebranche tut so, als würde es sie nicht geben." Zunächst hatte ich noch versucht, mit dem Leser zu diskutieren, aber nur bis zu dem Moment, in dem er mich dies fragte: "Wissen Sie eigentlich, warum so viele Menschen sich in die Sonne legen, um möglichst braun zu werden?" Und weil ich gerade dabei bin, von Dingen zu berichten, die in der Lage sind, in mir eine gewissen Übelkeit zu erzeugen, möchte ich diesen Hinweis eines Lesers auch nicht für mich behalten: "Bekommen wir bald nach der Diskussion über Frauenquoten auch eine Debatte über Quoten für Diverse?" Ob der Mann das ernst gemeint hat? Ich fürchte ja. So wie dieser, der mir davon erzählte, was er erlebt hatte, als er sich in einer Raststätte mit Lkw-Fahrern unterhalten hat: "Der eine hatte Käse geladen und transportierte ihn nach Holland, damit er von dort aus als Käse aus Holland nach Deutschland verkauft werden kann, während einer seiner Kollegen den geladenen Schinken nach Italien transportierte, damit er von dort aus nach Deutschland geliefert werden konnte, allerdings dann mit dem Hinweis, aus Parma zu kommen." Muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass mir das keine Sorgen bereitet? Ich fürchte nein, das ist gut so.

Weitere Blog-Einträge