Ein Leser hat mir heute dies mitgeteilt: "Ich möchte mich doch nicht von einem Kellner bedienen lassen, der aussieht wie ein Arzt und von dem ich nicht weiß, wie hygienisch er seine Maske behandelt. Dies hat für mich keinen Erholungseffekt. Ich werde erst wieder eine Gaststätte besuchen, wenn die Maskenpflicht endlich abgeschafft wurde." Das war seine Reaktion auf einen Artikel, in dem es darum ging, dass die Inhaber von Gaststätten und Restaurants von den ersten Besuchen nach dem Aufheben der Beschränkungen enttäuscht gewesen sind. Was ich von dieser Einstellung halte, habe ich für mich behalten, während ich mir allerdings selbst diese Frage gestellt habe: Muss ich den Leuten nicht vielleicht doch Recht geben, wenn sie meinen, dass in einer solchen Krise viele Menschen ihr wahres Gesicht zeigen und dem Egoismus mehr zusprechen, als man es von ihnen gedacht hätte? Beruhigt hat mich dann wenig später ein anderer Leser, der meinte: "In dieser Zeit zeigt sich wieder einmal, dass es in allen Berufen flächendeckende Tarifverträge und in allen Unternehmen auch Betriebsräte geben müsste." Seiner Ansicht nach würden nämlich die, welche sowieso schlecht bezahlt und ausgebeutet werden, in diesen schwierigen Zeiten noch mehr gebeutelt; widersprochen habe ich dem Mann nicht. Mit der nächsten Frau in der Leitung habe ich dann wieder keinen gemeinsamen Nenner gefunden bei dem Versuch, Verständnis für ihr Problem aufbringen zu wollen, denn ihr war, weshalb sie mich angerufen hatte, in die Nase gefahren, dass sie bei einer Firma, die mit einer solchen Produktionskette eigentlich nichts am Hut hat, für sechs Atemschutzmasken rund 60 Euro bezahlt hat, während Tage später fast identische Exemplare auf dem Wochenmarkt bei einem sonst Obst und Gemüse verkaufenden vietnamesischen Mitbürger nur 2,99 Euro gekostet hätten. Was sie von mir wollte? "Darüber schreiben, was sonst, das ist doch pure Abzocke", sagte sie und gab mir damit die Gewissheit, dass dieses Wort zurecht auf Platz eins der Liste mit Wörtern steht, deren Nennung bei mir eine Klappe fallen lassen. In diesem Sinne möchte ich heute einem Leser das Schlusswort dieses Blogeintrages überlassen, ich zitiere ihn wörtlich, widersprochen habe ich auch ihm nicht: "Ich habe einen mittleren Bildungsgrad, den Kopf frei und keine Lust mehr, mich von RKI und Co. und schlussendlich auch von den Medien hinter die Fichte führen zu lassen." 

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