Dass ich zu den (ich betone) Männern gehöre, die ein (etwas) gestörtes Verhältnis zu Pflanzen in der eigenen Wohnung haben, dürfte den mehr oder weniger regelmäßigen Lesern meiner Blogeinträge nicht neu sein, denn vor einiger Zeit habe ich mich hier schon dazu bekannt, dass das Grün bei mir zwei Extremen ausgesetzt wäre, wenn ich es denn hätte, was nicht der Fall ist, weil mein von Achtsamkeit geprägter Respekt vor der Natur mir dies nicht erlaubt. Soll heißen: Alle bisherigen Versuche sind daran gescheitert, dass ich die Pflanzen entweder vertrocknen ließ, weil ich sie zu wenig gegossen habe, oder dass ich sie ertränkt habe, weil ich es mit dem Wasser zu gut meinte. Und deshalb habe ich irgendwann beschlossen, dass ich keinen grünen Daumen habe und lieber darauf verzichte, meine vier Wände mit Stöcken oder Stauden zu bereichern. Der Hinweise, dass ich mir noch nie in meinem ganzen Leben selbst Schnittblumen gekauft habe, dürfte sich demzufolge wohl erübrigen. Ob ich mich dafür schäme? Eher weniger, vielleicht ein kleines bisschen. Warum ich mich dazu bekenne? Weil es wichtig sein kann, es zu wissen, wenn ich von dem Problem berichte, was zwei Leser mit einem Artikel in der "Freien Presse" hatten, denn ich mich möchte ein wenig vorbeugen, dass irgendjemand auf die Idee kommen könnte, gleich den Stab über mich zu brechen oder mir sogar weniger schöne Mails zu schicken, nur weil ich den Leuten mitteilen musste, dass ich über dieses Thema nicht mit ihnen reden kann (eben aus diesem Grund), aber gern meine Kollegen in der Redaktion darüber informiere, dass sie sich bei mir gemeldet und wegen des Berichts beschwert haben. Darum ging es:

Gestern stand auf der Seite "Rat & Leben" die Fotonachricht mit der Überschrift "Zu früh erblüht für Osterstrauß". Ich zitiere: "Das Osterfest ist diesmal erst vom 19. bis 22. April. Die Blüte der Weiden dürfte dann vorbei sein. Die in den meisten Regionen Deutschlands wärmeren Phasen im Januar und Februar haben den Stoffwechsel der Weiden angekurbelt. Eigentlich müsste man die Zweige schon schneiden, wenn die Kätzchen noch geschlossen sind (...). Sie werden kühl gestellt, um die Blüte bis zum Fest zu unterbinden. (...)" Die Botschaft lautete, die Zweige der Weiden erst zum Fest zu schneiden, auch wenn sie dann schon Blätter und keine Kätzchen mehr tragen würden. (Von mir noch der Hinweis: Ohne Suchmaschine hätte ich den Hintergrund dieses Themas nicht nachvollziehen können.)

Zwei Leser haben sich deswegen bei mir gemeldet, wobei ich den, der mich angerufen und mehr oder weniger nur geschimpft hat, ungern hier wiedergeben möchte, wobei es ihm aber inhaltlich genau auch darum geht, was eine Frau in diese Worte gefasst hat: "Da wird doch tatsächlich eine Biene an einem Weidenkätzchen gezeigt und gleichzeitig der Tipp zum Abschneiden gegeben, damit man auch pünktlich zu Ostern Weidenkätzchen in der Wohnung hat. Ist denn wirklich nicht bekannt, dass man Weiden als Bienenfutter lassen sollte? Die Tierchen haben es  im Frühjahr schwer genug Futter zu finden. Uns wurde das schon als Schulkindern im Heimatkundeunterricht beigebracht." Nun möge sich jeder selbst ein Urteil bilden, ob es nicht richtig war, den Tipp einer Gartenexpertin zu veröffentlichen. Ich halte mich da raus, wie gesagt, aber nachdenklich bin ich schon geworden, als ich heute auf dem Wochenmarkt zum Kauf angebotene Zweige gesehen haben. Ob es Weiden waren? Passend zum Thema: Das weiß ich leider nicht. Abschließend noch dies: Den nächsten Blogeintrag gibt es erst in der nächsten Woche, ich werde den morgen den Freitag nämlich wieder mal wörtlich nehmen.

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