Die Feuerwehrfrau

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Hier geht es schon wieder um die Feuerwehr. Ich kann nichts dafür. Bei uns brennt es nun mal so oft. Ständig ist der Mittlere mit Löschen beschäftigt. „Ich hab keine Zeit“, bekomme ich zu hören, wenn ich zum Essen rufe, „ich muss noch schnell den Großbrand im Wohnzimmer löschen!“

Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer in den eigenen vier Wänden. Unsicher werde ich nur, wenn ich die eintausend Fragen meines Sohnes beantworten soll: Was ist, wenn ein Rauchmelder brennt? Was passiert, wenn ein Feuerwehrmann beim Einsatz mal Kacka muss? Und welche Nummer ruft die Feuerwehr an, wenn sie Hilfe braucht?

Ich habe keine Ahnung. Aber wenigstens weiß ich, was wir unserem Sohn zum fünften Geburtstag schenken sollen. Das hat er uns nämlich oft genug erklärt: Ein Löschgruppenfahrzeug muss es sein. Vorbei die Zeiten, als die Kinder einfach nur ein Feuerwehrauto hatten. Der Kenner unterscheidet zwischen Löschgruppenfahrzeug, Drehleiter, Rüstwagen, Hilfeleistungslöschfahrzeug und Einsatzleitwagen. Ja, und die alle gibt es als Spielzeug zu kaufen. Sie kosten so viel wie ein gebrauchtes Fahrrad.

Die große Schwester interessiert sich ja mehr für Pferde. Trotzdem findet sie es doof, wenn in Büchern nur von Feuerwehrmännern die Rede ist. Und nicht von Feuerwehrfrauen oder allgemein Feuerwehrleuten. Dazu fällt mir ein Video ein. Eine Grundschulklasse. Die Lehrerin sagt, die Kinder sollen eine Person zeichnen, die Feuer löscht, bei der Polizei ist oder ein Flugzeug fliegt. Fast alle Kinder malen einen Feuerwehrmann, einen Polizisten, einen Piloten. „Wollt ihr diese Personen auch mal kennenlernen?“, fragt die Lehrerin. Dann geht die Tür auf. Und hereinkommen – eine Feuerwehrfrau, eine Polizistin und eine Pilotin.

Nur zum Spaß schaue ich nach, ob es bei einem bekannten deutschen Plastikspielzeug-Hersteller auch Feuerwehrfrauen gibt. Und stelle fest: Ja, gibt es. Ich finde das gut, denn man soll nicht unterschätzen, wie Rollenbilder Kinder beeinflussen. Vielleicht sollte ich auch mal ein Experiment starten: Ich sage meinen Kindern, sie sollen eine Person zeichnen, die aufräumt. Wenn sie dann eine Mutter malen, überrasche ich sie: Ich öffne die Tür und hereinspazieren drei Kinder, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als aufzuräumen.

Man wird ja noch träumen dürfen. Aber jetzt muss ich schnell weg. Bei uns brennt es nämlich schon wieder.

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