Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich zu einem Test einladen: Gleich werde ich drei Begriffe so umschreiben, dass es keine Probleme bereiten wird zu verstehen, was gemeint ist, nur dass ich das Wort nicht schreiben werde, weil das jeder (tatsächlich oder in Gedanken) für sich machen sollte. Es geht um dieses Mysterium: Kennt wirklich jeder Mensch (gewagte These, ich weiß) Wörter, von denen er sich selbst gegenüber niemals sicher sein kann, wie sie buchstabiert beziehungsweise orthografisch korrekt notiert werden, weshalb er immer dann, wenn er sie schreiben muss, im Duden nachschlagen oder die Suchmaschine bemühen muss, um keinen Fehler zu machen? Los geht's:

Wie heißt das Fahrgeschäft auf Jahrmärkten, dass sich im Kreis dreht? Es ist ein ...

Wie nennt man den regelmäßigen Bezug eines Nachrichtenmediums wie beispielsweise einer Zeitung oder einer Zeitschrift? Es ist ein ...

In der Musik (auch anderswo) gibt es die regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Taktteilen, das nennt man wie? Das ist der ...

(An dieser Stelle macht der Blogeintrag nun eine Pause, damit jeder die drei Begriffe aufschreiben oder im Kopf buchstabieren kann.)

(Mit der Auflösung warte ich noch bis zum Ende, weil sonst der Blick zufällig auf die drei Wörter fallen könnte.)

Darum geht es mir eigentlich, ich möchte gern wissen: Kennt wirklich jeder Mensch dieses Phänomen? Weil wenn nicht, käme ich auch den Gedanken, mir Sorgen zu machen, weil es mich heute zwischen zehn und zwölf gleich zweimal heimgesucht hat. Ich würde mich nämlich ein kleines bisschen schämen, weil ich während der beiden Unterhaltungen mit den Lesern zweimal in die Verlegenheit kam, beim Mitschreiben eine Pause machen zu müssen, weil ich intensiv darüber nachdenken musste, wie das zentrale Wort des Gesprächsthemas eigentlich richtig geschrieben wird. Diese waren es:

"Ich war am Wochenende auf der Augustusburg und habe dort an den Hängen den gerade wunderbar blühenden Rhododendron bewundern dürfen", teilte mir eine Anruferin mit und fragte: "Können Sie darüber nicht mal berichten, damit auch viele andere Leute das bestaunen können?" Eine Antwort bekam sie aber nicht, weil ich im ersten Moment mit meinen Gedanken leider woanders war, denn ich musste schließlich Rhododendron schreiben und bekam damit ein akutes Problem.

Wenige Minuten später erreichte mich der Hinweis eines Lesers, der ein Problem mit dem Beitrag "Rhabarber, Rhabarber" auf der Titelseite der Zeitung in der vergangenen Woche hatte, weil er der Ansicht: "Rhabarber muss man nicht schälen, um ihn zubereiten zu können, man sollte vielmehr darauf verzichten, weil sonst wichtige Nährstoffe verloren gehen." Mein Dilemma: Ich musste Rhabarber tippen und kam dabei in eine gewisse mentale Schieflage. Was mich wieder zu dieser Frage bringt: Muss ich mir Sorgen um meine Befähigung des richtigen Gebrauchs der deutschen Sprache nun Sorgen machen? Hier noch die Auflösung von oben:

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