Dreck macht Speck, so sagt man. Aber wenn ich mir meine Kinder so anschaue, möchte ich auf vegetarische Ernährung umstellen. Andererseits: Ein paniertes Schnitzel ist auch manchmal ganz hübsch. Jedenfalls denkt man das, wenn sich das eigene Kind per Schlammpackung in ein solches verwandelt hat.

Auf dem Spielplatz herrscht Matschanlagen-Betrieb. Der Kleine (zehn Monate) probiert mal aus, wie es ist, durch eine knietiefe Schlammpfütze zu krabbeln. Methode Schnitzel, wie gesagt. Der Mittlere (3) schafft es immerhin, seine obere Körperhälfte trocken zu lassen. Kurz bevor wir gehen, wasche ich seine Beine unter dem Wasserstrahl ab. Kaum habe ich ihn losgelassen, sitzt er wieder mitten im Sand, der an den nassen Beinen natürlich besonders gut klebt.

Jeden Sommer kommt irgendwann der Punkt, an dem ich das Thema Sauberkeit einfach aufgebe. Abends wird nur schnell der gröbste Dreck abgespült. Was übrig bleibt, sind dann die Zecken.

Ich liebe den Sommer. Besonders, wenn es abends kühler und ruhiger wird. Mein mittelgroßer Sohn allerdings ist jeden Abend von Neuem schockiert darüber, dass er schlafen gehen soll. Obwohl es doch noch hell ist. Wenn das so weitergeht, werde ich noch zur Sommerzeit-Gegnerin. Immer, wenn sich der Junge bettfertig machen soll, wird er plötzlich sehr ordentlich. Er will dann unbedingt noch seine Eisenbahn aufräumen oder „das Dreck wegmachen“. Wenn er sich dann den Kinderbesen schnappt und loslegt, gehen mir die Argumente aus. Schließlich muss der Dreck vom Fußboden, damit Platz für neuen ist.

Weniger engagiert ist der Mittlere, wenn es um den Zustand seiner Hände geht. Er habe ja schon die Hände gewaschen, meint er. In wie vielen Drecklöchern er seitdem geplanscht hat, scheint keine Rolle zu spielen. Dagegen nimmt er die Reinigung der Zähne recht ernst. Er hat Angst, dass Löcher in die Zähne kommen. Denn da könnte man hineinfallen. Ich habe zwar versucht, ihm die Sache mit den Bakterien zu erklären. Aber seine große Schwester (6) kann das besser. Vor einem Jahr erzählte sie uns, wie sie sich Bakterien vorstellt: Sie haben Ohren wie eine Maus, ein Fell und Haare wie Elsa, die Eiskönigin. Als sie noch kleiner war, wollte sie die Bakterien trösten, wenn die mal weinen.

Es soll ja vor Allergien schützen, wenn Kinder viel im Dreck spielen. Also bleibt der Fußboden heute schmutzig. Und wir gehen auf den Spielplatz und holen uns eine neue Schlammpackung.

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