Diesen Leser hätte ich gern gefragt, ob er am Morgen mit einem Clown gefrühstückt hat, was ich mir aber selbst nicht zugestanden habe, auch wenn es mir als angemessene Reaktion auf seinen Hinweis und seine Frage erschienen ist. Seine Bemerkung zum Bericht über die Heinsberg-Studie war diese: "Bei einer fünfköpfigen Familie klemmt der Besteckkasten. Hochgerechnet auf Deutschland bedeutet das: 16 Millionen Deutsche müssen mit den Fingern essen." Und seine Frage lautete: "Ist das Logik oder vergewaltigt man die Mathematik der Statistik?" Ganz ehrlich? Seinen Einwand werte ich als Meinung, während seine Frage eine suggestive ist und ich sie nicht beantworten möchte; geht schon in Ordnung, denke ich. Eigentlich auch nicht wirklich amüsiert hat mich die Frage eine anderen Lesers nach dem Einhalten der Abstandsregelung unter den Fußballern während eines Bundesligaspiels, auch wenn der Mann in der Leitung sich ein hintergründiges Lachen nicht verkneifen konnte, wegen des "Zweikampfverhaltens" und er mich wegen meines Verweises auf die Berichte dazu eher als eine Spaßbremse empfunden haben dürfte. Dass auch dieser Montag als ein solcher nicht mehr zu retten sein wird, war mir klar, als wenige Sekunden später in meinem Postfach eine Mail mit einem Fotoanhang einging und ich sehen konnte, wie am Rande einer Parkanlage eine Gruppe von Menschen zusammenseht und die Leute sich angeregt unterhalten. Die Kritik des Absenders der Mail war diese: "Das ist doch wohl ein Skandal, auch wenn sich bei diesem Termin um eine öffentliche Kranzniederlegung aus Anlass des Kriegsendes gehandelt hat, denn wenn Regeln gelten sollen, dann bitte auch für alle." Große Hoffnung auf eine Veröffentlichung seine Meinung habe ich dem Mann in meiner Antwort auf sein Schreiben allerdings nicht gemacht. Den Vogel (sprichwörtlich, ganz bestimmt aber kein Mauersegler) abgeschossen hat dann heute ein Leser mit seiner Version des Volksliedes "Auf de Schwäbsche Eisebahne". Kostprobe? Kein Problem:

 

Von dem Abstandswahn befreit,

sind Mensch und Wirtschaft stets bereit.

Hält man an diesem Unsinn fest,

gibt es immer mehr ein Fest.

 

Rulla, rulla, rullala

Rulla, rulla, rullala

 

Und weil es so schön ist, gleich noch eine Strophe, aber dann ist Schluss für heute, echt jetzt, aber sowas von ... und singen werde ich auch diese Zeilen nicht, niemals, kommt nich infrage ...

 

Die Neuinfekte sind gesenkt,

wer es will, der's schnell erkennt.

Der Meister mit dem flotten Mund,

sieht bestimmt 'nen anderen Grund,

 

Rulla ...

 

Hans Peter S. 

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