Nun muss ich mal wieder eine meiner eigenen Regeln für diesen Blog ignorieren und ein Thema aufgreifen, von dem ich eigentlich ausgehe, dass es mich zwar während meiner Sprechstunde zwischen zehn und zwölf enorm beschäftigen darf, aber trotzdem hier nicht angesprochen werden soll, weil ich den Meinungen nicht noch eine zusätzliche Plattform für die Verbreitung bieten möchte. Am besten macht es dieses aktuelle Beispiel deutlich: Mehr als zehn Lesern sind bei mir vorstellig geworden, nachdem sie den Bericht "In Sachsen leben mehr als 1500 ausländische Intensivtäter" vor einer Woche in der Zeitung auf der Titelseite gelesen hatten. Dass es sich dabei ausnahmslos um meiner Ansicht nach ausländerfeindliche Standpunkte und sogar rassistisch motivierte Meinung handelte, möchte ich der Vollständigkeit halber nur erwähnen; auch mit dem Verweis auf den Grund, warum ich hier nicht weiter über die Inhalte dieser Gespräche berichten möchte. Nur eine Leserin möchte ich zitieren: "Ausländische Intensivtäter, die nicht abgeschoben werden können, sollten zum Schutz unserer Bürger in Internierungslagern festgesetzt werden." Zunächst war ich sprachlos, dann entschloss ich mich, weil ich manchmal nicht anders kann beziehungsweise will, zum Kontern: "Sie meinen Konzentrationslager." Nun war sie still, dann sagte sie: "Nein, ich meine Internierungslager, das ist doch wohl ein himmelweiter Unterschied." Anschließend durfte die Frau den Versuch starten, mir erklären zu wollen, warum das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Auf jedes ihrer Argumente hatte ich eins, dass sie nicht akzeptieren wollte, bevor sie dann (hörbar genervt) meinte: "Sie verstehen das nicht und wollen mich nur in die rechte Ecke stellen, aber da gehöre ich nun mal nicht hin." Doch, habe ich gedacht, aber nicht gesagt. Dann war das Gespräch beendet. Und darum dieser Blogeintrag: Es gibt unter uns Leute, die fordern, dass Menschen, die sich von deutschen Intensivtätern ansonsten nicht unterscheiden, nur auf Grundlage ihrer Herkunft ihrer Freiheit beraubt werden sollen, und die davon überzeugt sind, dass dies keine rechte und rassistische Einstellung ist. Das finde ich wirklich schlimm, und gerade jetzt macht mir das Angst.

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