Vorsichtshalber möchte ich in diesem Fall betonen, bevor ich mich des Vorwurfs der Blasphemie ausgesetzt sehe, dass es gleich um das wörtliche Zitat eines Lesers handelt, dass ich ohne Wertung und Kommentierung hier wiedergebe, weil ich es der Welt da draußen nicht vorenthalten möchte. Der Mann hat sich mit Gott in Verbindung gesetzt und den Allmächtigen gefragt, warum er die Menschheit mit dem Virus heimgesucht hat. Laut des Leser hat er von oben auch eine Antwort bekommen, diese sei es gewesen, meinte der Mann: "Na ja, in den hinter uns liegenden Jahrzehnten ist so einiges aus dem Ruder gelaufen. Zehn Prozent der Menschen haben viel zu viel, 90 Prozent aber viel zu wenig. Das müssen wir nun korrigieren. Packen wir es erneut an, es gibt wieder viel zu tun." Gerade mal ein paar Minuten hatte ich mir diese göttliche Offenbarung notiert, als ich mit einer weiteren Erkenntnis beglückt werden sollte, doch leider war es so, dass ich bei diesem Hinweis seit dem Herbst 2014, als sich eine rechte Gesinnung aufmachte, die Straßen von Dresden für die Verbreitung ihrer fremdenfeindlichen Parolen nutzen zu wollen, nur noch eine Strichliste führe, wenn mich Leute anrufen, um sich darüber zu beschweren, dass meine Kollege, wie ich es sehe, einen wirklich guten Job gemacht haben. Das klingt vielleicht etwas kompliziert, ist aber mit dem Sprichwort, dass nur getroffene Hunde besonders laut bellen, wunderbar umschrieben. Der Leser meinte zu der Berichterstattung über die gescheiterte Wahl eines Kulturamtsleiters in Radebeul: "Es darf jeder seine Meinung haben, vorausgesetzt, sie stimmt mit der von den Guten vorgegebenen überein. Alle anderen werden geteert, gefedert und mit der Nazikeule erledigt." Alles klar? Und da ich gerade dabei bin, von Keulen zu berichten, möchte ich auch nicht für mich behalten, dass mich beziehungsweise den Rest der Weltbevölkerung wieder einmal eine getroffen hat, denn eine Leserin hat erkannt, was der Kern des Problems innerhalb unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens ist, sie hat es mir mitgeteilt: "Leider haben wir die dritte Generation mancher Eltern seit der Wende, die es gar nicht mehr raffen, was zu einer dem Alter und der psychischen Reife entsprechende Erziehung gehört." Alles klar? Sollte jemand an dieser Stelle noch nicht verstanden haben, um was es mir in diesem Blogeintrag geht, so möge er eine Weile über das nachdenken, was ich heute auch noch von einer Leserin erfahren habe, denn mit diesem Hinweis ist, finde ich, dann abschließend alles gesagt: "Wir wundern uns nur ständig über Realitäten, jedoch die tatsächlichen Ursachen will niemand aussprechen."

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