Zuerst passiert heute um kurz vor zehn dies: Weil er mir eine Mail geschickte hatte, in dem er mir mit weniger respektvollen Worten mitgeteilt hatte, was er von der Auswahl der Leserbriefe in der Zeitung hält, habe ich einen Mann angerufen, weil ich ihm mit betont freundlichen Worten die Sache erklären wollte, aber seine Frau nahm ab und sagte, weil ich den Gatten verlangt hatte: "Augenblick mal." Offenbar hatte sie die Hand auf die Sprechmuschel gelegt, denn ich hörte ein dumpfes "Freie Presse" und dann eine tiefere Stimme etwas Unverständliches sagen, bevor wieder sie zu hören war mit dieser Auskunft: "Ist nicht da." Dann geschah nur wenige Augenblicke später dies, denn eine Kollegin stand in der Tür und teilte mir mit: "Eine Frau hat gerade angerufen und mir gesagt, dass sie jetzt zur Polizei geht und uns anzeigt, weil wir ihren Leserbrief nicht veröffentlicht haben." Während ich darüber nachdachte, ob ich nun angesichts dieser Bedrohungslage die Flucht ergreifen sollte, klingelte das Telefon, ich nahm ab und erfuhr von einem Anrufer dies: "Die Telefonnummer der Lokalredaktion im Impressum ist falsch, es geht immer eine völlig unbekannte Frau ran." Weil mir diese Art von Beschwerden bekannt ist, konnte ich die Kritik gleich entkräften und sagte: "Die Durchwahlnummer nach der Vorwahl hat insgesamt neun Ziffern, sie müssen also auch die vor dem Bindestrich wählen, damit sie einen Kollegen erreichen können." Dieser Leser war so höflich, was nicht immer alle sind, und reagiert folgendermaßen: "Ach so."

 

Nach diesem Gespräch dachte ich dann, es könne nur noch besser werden an diesem grauen, regnerischen Mittwoch, als mir der nächster Leser in der Leitung dies mitteilte. "Auf Grundlage des in Ihrer Zeitung abgedruckten Programms habe ich vier Wochen lang genau gezählt und bin zu diesem Ergebnis gekommen: Es wurden genau 409 Kriminalfilme und -serien im deutschen Fernsehen ausgestrahlt." Neugierig auf die Gründe, warum er mir diese Information zukommen ließ, fragte ich danach und in seiner Erläuterung war dies der wohl aufschlussreichste Satz: "Würden Sie immer nur Grießbrei essen wollen?" An dieser Stelle habe ich dann einen Haken an diesen Vormittag gemacht und beschlossen, von nun an mich bis zwölf nicht mehr zu wundern und immer diese Antwort zu geben: "Sie haben Recht, vielen Dank für den Hinweis." Erfahren habe ich dann noch dies: Kupfermünzen werden zwar so genannt, aber bestehen nicht aus Kupfer, sondern sind nur mit einer ganz feinen Schicht dieses Metalls ummantelt, teilte mir ein Anrufer mit, der den Artikel "Die centfreie Zone" auf einer Titelseite der "Freien Presse" gelesen hatte. 

 

Interessant fand ich auch noch diese Sichtweise, dass nicht die EU den Lebensmittelexport nach Russland sanktioniert, sondern vielmehr die Russen uns die Lebensmittel einfach nicht mehr abnehmen würden, wie mir ein Leser erklärte, nachdem er heute den Artikel "Das ist kuhl!" auf der Titelseite der Zeitung gelesen hatte. Für heute abschließend dann noch dieser Hinweis, bevor ich dann mit dem Punkt am Endes dieses Blogeintrages tatsächlich einen Haken an diesen Tag mache, denn ein Mann meinte, uns mitteilen zu müssen, weil seiner Ansicht nach meine Kollegen in der Berichterstattung über den Kunstraub in Dresden den Tätern noch in die Hände gespielt hätten, weil sie auf diese Weise erfahren würden, was sie alles mit der Beute lieber nicht machen sollten, dass wir doch gleich diese Empfehlung ins Blatt heben sollten: "Warum teilen Sie den Räubern nicht mit, dass sie für ihre Beute einfach ein Lösegeld verlangen sollten, denn dann hätten alle etwas davon, die Diebe ihr Geld und die Landeshauptstadt ihre Kunstschätze zurück?" Nun hoffe ich nur, dass die Räuber nicht zu den Lesern meines Blogs gehören, aber das halte ich für eher unwahrscheinlich.

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