Zu den Produkten, die ich mit einem schlechten Gewissen wegen des wachsenden Berges an Plastikmüll kaufe, gehört die haltbare Kondensmilch, die ich in meiner Wohnung niemals weder in den Kaffee noch in den schwarzen Tee (Earl Grey) schütten würde, weil es mit erhitzter beziehungsweise aufgeschäumter Milch viel besser schmeckt, aber auf die ich leider im Büro angewiesen bin, weil zum Erhitzen von Flüssigkeiten mir nur eine Mikrowelle zur Verfügung steht, deren Gebrauch ich lieber nicht in Anspruch nehmen möchte, aus verschieden Gründen übrigens. Vor etwa drei bis vier Jahren haben die Hersteller bei ihren Verpackungen (Tetra Pack) eine mit einem Schraubverschluss versehene Ausgießhilfe hinzugefügt. Gefreut hatte ich mich weniger darüber, eher gewundert, weil das Aufschneiden und nach Gebrauch wieder Umklappen für mich nicht weniger einfach und deshalb sinnvoll war. Nun sehe ich das anders, und das liegt daran, dass eine Leserin mich aufgeklärt hat, es waren deutliche Worte:

"Wie bescheuert ist das denn? Braucht doch kein Mensch, völlig überflüssig, nur noch mehr Plastikmüll", lauteten die ersten Worte ihres Redeschwalls, der mit diesen dann endete: "Recherchieren das mal und schreiben Sie darüber, damit das den Leuten mal klar wird, sie vielleicht ihr Kaufverhalten ändern und die Produzenten zum Umdenken bewegen." Mein erster Gedanke: Frommes Wunschdenken, ist nicht verboten, eignet sich gut für Blogeinträge und mein Archiv mit der Überschrift "Skandale - echte und weniger schwere". Und deshalb möchte ich auch nicht für mich behalten, was mir ein anderer Leser mitgeteilt hat, nachdem er die Nachricht "Steifen Gelenken keine Chance lassen" auf der Seite "Rat & Leben" gelesen hatte, er meinte: 

"Ich habe zwar Rücken, aber der Artikel über die neuesten medizinischen Erkenntnisse über Verschleißerscheinungen ist doch auch für mich bedeutsam, weil der Körper bis ins hohe Alter noch sehr gut auf Reize reagiere und deshalb auch noch sehr beweglich sein kann." Bedeutsam fand ich dann aber noch die Tatsache, dass er mir ein Zitat nannte, um seine Zustimmung noch zu unterstreichen: "Gerne der Zeiten gedenk' ich, da alle Glieder gelenkig - bis auf eins. Doch die Zeiten sind vorüber, steif geworden alle Glieder - bis auf eins." Ob Johann Wolfgang von Goethe hier eindeutig zweideutig war? Das wollte ich dann doch wissen und habe die Suchmaschine um eine Antwort auf diese Frage bemüht, bei dem vierten Vorschlag fühlte ich mich bestätigt in meiner Einschätzung: "Je älter, desto Sex" lautete die Überschrift eines Artikels in einem Nachrichtenmagazin, in dem der Dichterfürst zu Wort kam. Na dann ... als er gerade gerade war ... wie weiter?

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