Urlaub ist schön, macht aber viel Arbeit. Karl Valentin muss sich wohl in unserem Campingbus umgeschaut haben, bevor er das (so ähnlich) sagte: "Immer, wenn wir nicht gerade was suchen, räumen wir auf." Und dann das Umbauen: Jeden Abend verwandelt sich die Rückbank in ein Familienbett. Der Kleine (9 Monate) liegt hinten quer, die Große (6) in Längsrichtung darunter, daneben die Eltern. Während ich dieses Familien-Tetris arrangiere, legt mein Mann ein passend zugeschnittenes Brett mit Matratze über die Vordersitze. Ein perfekter Schlafplatz für den Mittleren (3) – so lange man nicht den Autoschlüssel stecken lässt. Das ist uns zum Glück noch nicht passiert. Und die Hupe hat er auch noch nicht gefunden. Ungeduldig ist er aber doch: "Wann fahren wir zu Urlaub?" fragte der Junge die ersten paar Tage immer wieder. Obwohl wir doch schon unterwegs waren. Aber Urlaub sieht in seiner Vorstellung wohl anders aus: "Der Urlaub ist grün!"

Jetzt sind wir in Norwegen angekommen, und hier ist es wirklich sehr grün. Außer dort, wo Schnee liegt. Den sehen wir aber nur in der Ferne, durch die Fenster des Ferienhauses. Unser Schlafbus hat nämlich eine Woche Pause.

Und plötzlich haben wir zwei Schlafzimmer mit je einem Doppelstockbett zur Verfügung. Am ersten Abend dachte ich mir, das Baby würde wohl am besten bei den Eltern schlafen und die Großen nebenan. Aber das Denken soll man den Kindern überlassen. Die haben die dickeren Köpfe. Der Abend lief folgendermaßen ab:
1. Die Große verkündet, sie wolle oben schlafen.
2. Der Mittlere verkündet, er wolle oben schlafen.
3. Ich lege ihn in unserem Zimmer oben ins Bett und quartiere dafür den Vater aus.
4. Die Große will aber auch beim Baby schlafen.
5. Die Eltern ordnen an, dass täglich gewechselt wird und hoffen, dass die Kinder das bald vergessen.
6. Die Große befürchtet, dass über ihrem Kopf der Rauchmelder losgeht, und schläft doch lieber unten.
7. Der Mittlere kommt nicht alleine ins Hochbett.
8. Der Mittlere muss aufs Klo. Auf dem Rückweg streichelt er den Kleinen beinahe wach.
9. Der Mittlere muss nochmal aufs Klo. Danach irrt er sich in der Zimmertür und schreckt seine Schwester auf.
10. Kaum dass die Großen schlafen, wacht der Kleine auf.
11. Selbstreflexion: Wir hätten von Anfang an eine klare Schlafplatzregelung mit den Kindern besprechen sollen. Die dann auch eingehalten wird. Aber im Urlaub brauche ich auch mal Pause vom Erziehen. Das nennt man dann Erziehungs-Urlaub.

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