Namibia stöhnt unter der Trockenheit dieses Jahres. Sommer im südlichen Afrika heißt Regenzeit, die Flüsse füllen sich und der Grundwasserspiegel steigt.

In der Allgemeinen Zeitung von Namibia lese ich die Meldung, dass vermutlich im Dezember 2013 die ganze Stadt Omaruru auf dem Trockenen sitzen wird. Sie versorgt sich bisher selbst aus einem Untergrundvorkommen, welches sich jährlich durch die im Sommer Wasser führenden Flüsse füllt. Auf meinem Flug von Windhoek nach Rundu fallen mir die vielen ausgetrockneten Flussbetten auf und ich vermisse das frische Grün, welches in dieser Jahreszeit leuchtet.

Die Mais- und Mahangofelder in der Kavangoregion sehen verheerend aus. Es gibt kein Korn. Der Mais ist regelrecht vertrocknet und hat keine Kolben ausgebildet. Die Körner des Mahango bestehen nur aus leeren Spelzen. Mais und Mahango sind jedoch das Hauptnahrungsmittel der schwarzen Bevölkerung in dieser Region. Die Menschen leben von Subsistenzwirtschaft, das heißt, sie versorgen sich selbst. Sie bauen sich alles selbst an, haben teilweise Vieh, welches nun oft tot umfällt, weil es keine Nahrung mehr findet, wie mir Maria berichtet.

Am 18.3.2013 schrieb die Allgemeine Zeitung Namibia, dass Präsident Pohamba die Ministerien und direkt zuständigen Ressorts beauftragt hat, sich gegen drohende Katastrophen zu wappnen, die in diesem Jahr eintreten können. "Einerseits brächten die Grenzflüsse Überschwemmungsgefahr, andererseits bedrohten Vieh- und Getreideverluste infolge der Dürre ganze Gemeinschaften. Hilfsgüter müssen versandt werden, um betroffenen Gemeinschaften und Haushalten beizustehen", so der Tenor der Tagung. In einem weiteren Artikel lese ich, dass endlich gehandelt werden muss und nicht mehr lange diskutiert werden darf.

Derweil treiben die Hütejungen große Rinderherden über mehrere Kilometer zum Okavangofluss nach Mayana. Die Rinder versuchen hier die restlichen Grasstoppeln zu fressen, stehen im Fluss und verschmutzen ihn natürlich mit ihren Fladen. Es gibt keine Bilder von friedlich im Gras liegenden wiederkäuenden Rindern. Auch deshalb ist es wichtig, dass unser Wasserprojekt MCWP (Mayana Mpora Community Waterproject)  seinen Fortgang findet und die Rinder nicht mehr zum Fluss getrieben werden. Das erste Teilprojekt ist abgeschlossen, uns fehlen nun die Rohre und die Wassertanks.
 

 >> Zur Bildstrecke

Weitere Blog-Einträge