Gerade habe ich mir überlegt, welche Redewendungen mit dem Wort "Himmel" mir spontan einfallen würden; diese waren es: In den Himmel kommen, das stinkt zum Himmel, wie vom Himmel gefallen, das schreit zum Himmel und den Himmel auf Erden haben. Warum ich darüber nachgedacht habe? Ganz einfach: Ich habe überlegt, mit welcher Überschrift ich diesen Blogeintrag mit den Randnotizen aus den Protokollen meiner Gespräche mit Lesern zwischen zehn und zwölf versehen könnte. Es gibt da nämlich eine gewisse Gemeinsamkeit bei den ersten drei Geschichten.

Episode 1: Ein Leser rief mich an, weil er mich darauf hinweisen wollte, dass er gerade am Himmel eine große vierstrahlige Militärmaschine gesehen habe, die von zwei Düsenjets begleitet worden sei. Meine Reaktion war diese: "Und?" Leider aber habe er zu lange gebraucht, um das Fernglas aus dem Haus zu holen, so dass er leider mit bloßem Auge nicht erkennen konnte, ob das Flugzeug mit irgendwelchen nationalen oder auf ein Bündnis hinweisenden Kennzeichnungen versehen gewesen sei. Daraufhin sagte ich: "Und?" Der Mann in der Leitung sagte an dieser Stelle, dass das riesige Propellerflugzeug eindeutig von Osten gekommen wäre und in Richtung Westen weitgeflogen sei. Eine Frage kam von mir nicht dazu, aber dies: "Interessant." Weil ich an dieser Stelle schwieg und der Anrufer offenbar auch keine weiteren Informationen loswerden wollte, entstand eine Pause von vielleicht so fünf Sekunden, die ganz schön lang sein können, bevor der Leser sagte: "Na ja, ich dachte mir so, dass die Zeitung doch bestimmt Möglichkeiten hat, herauszubekommen, was das für ein fliegender Transport war und welchen Zweck dieser Flug verfolgte, denn das würde mich doch schon sehr interessieren." So wirklich hatte ich kein Verständnis dafür, weshalb ich fragte: "Warum?" Der Mann erklärte mir, dass alles Militärische so etwas wie ein Hobby für ihn sei, was mir dann aber doch etwas komisch vorkam, weshalb ich fragte: "Echt? (Noch dieser Hinweis: Am Ende der ungefähr fünf Minuten langen Unterhaltung habe ich dem Anrufer zugesichert, dass ich meine Kollegen in der Redaktion über seinen Anruf informieren werde. Damit war er mehr als zufrieden.

Episode 2: Bis auf eine Ausnahme waren alle Reaktionen auf meine Kolumne "Himmel lacht mit" auf der aktuellen Seite "Leserforum" darauf aus, Partei für die eine oder für die andere Seite zu nehmen; also für die, welche meinen, das auch Christen mal über Gott lachen dürfen, oder für die, nach deren Meinung diese Karikatur von Tomicek den Tatbestand der Blasphemie erfüllt. Aber es gab dann auch noch diese: Als Christ kann ich verstehen, dass man Tomiceks Karikatur "Vergiss es" als Sakrileg empfinden kann; sie lässt sich aber auch als (verständliche) Warnung deuten: "Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen ..." (2.Mo 20,7). Gott wird wissen, wie Tomicek es gemeint hat, und er selbst sicher auch.

Episode 3: Nicht vergessen möchte ich in diesem Zusammenhang, dass ich auf eine höchst unterhaltsame Weise wieder ein Stücken schlauer geworden bin, was die Menschen in der DDR an Möglichkeiten der mitunter auch tatsächlich systemkritischen Unterhaltung nutzen konnten. Denn eine Leserin, deren Meinung ich mit "einfach mal locker und entspannt bleiben" zusammenfassen möchte, teilte mir unter anderem dies mit: Mannoman, wie haben wir vor Jahrzehnten auch in der DDR über "Arthur der Engel" gelacht oder geschmunzelt, und da kam der Liebe Gott auch vor. Also, nur mein Chef darf davon nichts erfahren: Drei Folgen von "Arthur der Engel" habe ich mir im Netz angeschaut und mich dabei teilweise köstlich amüsiert.

 

Episode 4: Diese Unterrichtsstunde im Fach Geschichte ist aus aktuellem Anlass wieder auf den Stundenplan gesetzt worden. Ihr Verlauf war dieser:

Ich: Wann war der Prager Frühling?

Kollege: Du nervst, natürlich 1968, also vor 50 Jahren.

Ich: Das ist richtig, warum ist er gescheitert?

Kollege: Weil Panzer eingesetzt wurden und den Bemühungen gewaltsam ein Einde setzten.

Ich: Wer schickte die Panzer?

Kollege: Die Verantwortlichen beim Warschauer Pakt.

Ich: Aus welchem Land kamen die Panzer?

Kollege: Aus der Sowjetunion natürlich?

Ich: Und warum ist in dem Artikel "Sachsen und der Prager Frühling" im Vorspann von russischen Panzern die Rede?

Kollege: Oh Mann, das ist doch wohl das gleiche, oder?

Ich: Leider nicht, denn diesmal waren es nur sieben Leser, die mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht haben, es gab aber auch schon Tage, da waren es fast 20 Anrufer, nachdem die Panzer wieder mal russische waren.

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