Vorhin habe ich in meinem Büro das Fenster zum Hof aufgemacht und (ich betone) gebrüllt: "Ich will Frühling." Dann habe ich mir überlegt, was angesichts des Schneefalls und des grauen Himmels zu meiner Stimmung passt, so dass ich darüber hier in meinem Blog schreiben kann, und weil ich ein Mensch bin, der zu seinem Wort steht, bin ich jetzt mal uneingeschränkt ehrlich und schreibe darüber, was mir in den Sinn gekommen ist. Erstens wäre da die Mail, die ich von einem Leser erhalten habe, der sich leider bei der Beurteilung der politischen Lage in Deutschland auf unter anderem auf dieses Zitat beschränkte, so dass ich seine Zeilen nicht auf der Seite "Leserforum" veröffentlichen kann, wohl aber an dieser Stelle. Passend zum runden Geburtstag des großen Philosophen wollte er seine Meinung mit diesen beiden Sätzen aus der Feder von Karl Marx auf den Punkt bringen: "Die Wahlphilosophie der Parlamentskandidaten besteht demnach einfach darin, dass sie ihrer linken Hand erlauben, nicht zu wissen, was ihre rechte Hand tut, und so waschen sie beide Hände in Unschuld. Ihre Hosentaschen zu öffnen, keine Fragen zu stellen und an die allgemeine Tugend der Menschheit zu glauben – das dient ihren Absichten am allerbesten." Mein Kommentar: Nie war er so wertvoll wie heute. Mein zweiter Gedanke war dieser, ich habe mir nämlich diese Frage gestellt:

Warum um Himmelswillen hat mir ein Leser dieses Foto geschickt? Sofort kam mir die Idee, ich könnte daraus doch eins meiner legendären Rätsel machen, bei dem es (wie immer) nichts zu gewinnen gibt. So soll es sein: Wer weiß, wo diese Aufnahme entstanden ist und mir den Ort bis auf 50 Kilometer genau nennen kann, darf sich "Gewinner eines vom Leserobmann ausgerufenen Rätsels" und diese Auszeichnung sich an die Brust heften nennen.

Als dritte Möglichkeit, meine Vorstellungskraft angesichts meines Blicks aus dem Fenster in meinen Blogeintrag mit einfließen zu lassen, ist diese: Ein Mann in der Leitung fragte mich, ob ich wisse, was die französischen Redewendung "Cherchez la femme" bedeutet. "Natürlich", habe ich geantwortet und hinzugefügt: "Endlich mal ein Thema, bei dem ich mich wirklich auskenne." Nun war dem Anrufer aber nicht daran gelegen, mit mir über Frauen im Allgemeinen oder auch ganz speziell zu sprechen. Sein Anliegen war eigentlich ein banales, denn er wollte von mir erfahren, an welche Adresse er einen Leserbrief schicken muss, damit er auch in der Zeitung veröffentlicht werden kann. Das habe ich ihm erklärt, bevor er mir dann noch dies gesagt: "Ich schicke ihn gleich per Mail los, er trägt die Überschrift 'Cherchez les Russes'".

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