Schon vor Jahren habe ich mich davon verabschiedet, in meinen Blogeinträgen und Kolumnen auf die Ironie oder sogar auf den Sarkasmus zurückzugreifen, um meine Meinung zu einem Thema oder auch zu dem, was die Leute am Telefon mir gesagt haben, zu verdeutlichen. Darüber hinaus kommt es auch, weil die Gefahr von Missverständnissen und Fehldeutungen einfach viel zu groß ist, eher selten vor, dass Leserbriefe veröffentlicht werden, in denen die Autoren einen vermeintlich lustigen und in diesem Sinne ironisch gemeinten Vergleich beschreiben, um ihre Haltung zu einem Thema auf den Punkt zu bringen. Was ich meine, zeigt dieses Beispiel:

Der Leser meinte: "Ich habe eine große Sorge, das sind die nicht artgerecht gehaltenen Kartoffeln. Anstatt auf zwei bis drei Metern langen Furchen, wo sie glücklich aufwachsen können, werden sie auf  riesigen Feldern gehalten. Dann werden sie herausgerissen und von ihren grünen Blättern brutal getrennt. Diese werden dann einfach eingeackert und die Knollen eingepfercht in Netzen im Supermarkt  zu Kauf angeboten. Furchtbar! Dazu sind ihre Vorfahren noch aus ihrer angestammten Heimat Südamerika hierher verschleppt worden. Kartoffeln gehören nicht in den Kochtopf. Dafür werde ich kämpfen, bis in die letzte Instanz." Diese waren die letzten Sätze seiner Meinung zu dem Artikel "Pferdeschlittenunfall: Peta fordert Kutschenverbot", wobei es ihm vordergründig darum ging, zum Ausdruck zu bringen, dass er gar nichts davon hält, über das Verbot von Pferdeschlitten aus Gründen des Tierschutzes überhaupt nachzudenken. Weshalb sein abschließender Appell dieser war: "Denkt mal darüber nach, Ihr Tierfreunde und Demokraten." Manchmal denke ich, dass der Film, der sich da gerade vor meinen Augen abgespielt hat, nicht der richtige sein kann. 

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