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Gudrun besucht die Familie ihres Patenkindes

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Gudrun unterstützt seit 6 Jahren Petrina und hegte den Wunsch, ihr Patenkind in Namibia selbst besuchen zu können. Deshalb sagte sie sofort zu, als ich sie im Oktober fragte, ob sie mit mir zur Hilfe nach Namibia reisen möchte. 

Sofort starteten bei ihr die Vorbereitungen, was nehme ich mit nach Namibia zu meiner Familie. Viele Nachbarn waren interessiert an der abenteuerlichen Reise von zwei in die Jahre gekommenen Damen. Wie kann ich Euch unterstützen, fragten einige Freunde und nette Nachbarn. Schnell war das Höchstgewicht für das Reisegepäck erreicht. Mehrfaches Probepacken hat Gudrun hinter sich. 

Nach rasanter Bootsfahrt zum provisorischen Parkplatz fahren wir nun mit dem Ford Ranger der n‘Kwazi Lodge zum Kraal von Petrina‘s Familie. Die Wege aus Sand- und Steingemisch sind von den starken Niederschlägen der letzten Tage stark ausgespült. 

Ein Zaun aus Reetgras umgibt den Kraal von Petrina‘s Familie, in welchem mehrere traditionelle Hütten aus dem Lehm der Termiten und einer „modernen“ großräumigen Wellblechhütte stehen. Die Familie ist auf unseren Besuch vorbereitet und lädt uns herzlich ein, unter ihrem großen Schatten spendenden Baum Platz zu nehmen. Da sind die Mutter mit ihrem Baby, deren schwangere Schwester und drei Kinder. Petrina‘s großer Bruder, Schüler des Maria Mwengere Gymnasiums, nimmt heute am Fußballturnier an der Vision School in Divundu teil. Die Tante von Petrina und Petrina‘s jüngere Schwester kommen mit 2 Hacken und Feuerholz aus dem Busch zurück. Die Besorgung von Feuerholz ist von jeher Aufgabe der Frauen. Nun könnte die Familie vollzählig sein, denke ich, aber da kommt plötzlich die rüstige Großmutter Rosa aus ihrer Lehmhütte angerannt. 

"Morokeni - guten Tag, ngapi - wie geht es Dir, naua - gut, o’ne - und Dir, naua - mir geht es gut." In englischer Sprache können wir uns nach dem Begrüßungsritual recht gut mit der Familie unterhalten, was hier unter der Bevölkerung nicht selbstverständlich ist. Viele Menschen sind Analphabeten und der englischen Sprache, die in Namibia Amtssprache ist, nicht mächtig. Deshalb ist es so wichtig, den Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Leider gibt es viele Lehrer als Quereinsteiger, die sich vor allem in der englischen Sprache nicht weiter qualifizieren. Dabei haben wir auch in unserem Mayana Mpora Projekt junge und motivierte ausgebildete Lehrer, die arbeitslos sind. Namibia, es fehlt an Klassenräumen, es fehlt an Geld. Petrina besucht die 9. Klasse der Ndama Schule, in ihrer Klasse sind 71 Schüler. 

Petrinas Mutter lädt uns ein, mit in die gute Stube zu kommen. Es ist eine geräumige Wellblechhütte, in welcher wir aufrecht stehen können. Das ist aber auch der einzige Vorteil zu einer wohl temperierten Lehmhütte. Gudrun stellt hier anhand ihres Fotobuches ihre gesamte Familie und ihr Haus vor. Mit großem Interesse verfolgen Petrina, ihre Mutter und Großmutter Gudruns Bericht über ihre Familie. Als Abschluss teilt Gudrun einige Gastgeschenke aus. Uns tropft der Schweiß in der Blechhütte und wir sind froh, wieder im Freien durchatmen zu können. 

Mit dem Ford Ranger der n’Kwazi Lodge nehmen wir Petrina mit in die Stadt zum Großeinkauf, um mit ihr die Schulkleidung zu kaufen. Jede Schule schreibt die Farbe der einheitlichen Kleidung vor, hellblau und marineblau in der Ndama Schule. Schulmaterial bekommen wir im Kavango Bookstore, wo wir auch die letzten 132 Mathematik-Sets für unsere Schüler an der Grund- und Mittelschule erwerben können. Von unseren 100 vorbestellten Englisch-Wörterbüchern bekommen wir vorerst nur 17 Stück. Ich hoffe, dass es hier keinen Lieferengpass gibt, wegen des Corona-Virus, China lässt grüßen. 

Nach einem gemeinsamen gemütlichen Mittagessen bringen wir Petrina zurück zu ihrer Familie, wo ihre Großmutter vor Freude laut trällert und tanzt. 


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