Vor der Physik habe ich, im Gegensatz zur Mathematik (aus persönlichen Gründen), den allergrößten Respekt und das liegt nicht zuletzt daran, dass der Einfluss von Schrödingers Katze auf die Prämissen der Existenzphilosophie das Thema meiner Prüfung zum Abschluss meines Philosophiestudiums war, aber bevor ich abschweife: Fast hätte ich mich an meinem Tee (immer noch Earl Grey) verschluckt heute Morgen um 6.13 Uhr, als ich die Titelseite der "Freien Presse" vor mir hatte und "im Keller" die Überschrift "21.750 Kalorien in zehn Minuten" über einen neuen Weltrekord beim Essen von Hotdogs las, den mir war kar, weil Physiker keinen Spaß verstehen, dass sie ab zehn bei mir aufschlagen (im übertragenen Sinne) werden, uns so war es auch, drei haben sich gemeldet, dieser bekommt die Ehre mich und meinen Kollegen zurechtzuweisen: "Es muss Kilokalorien heißen, dass weiß jedoch jeder Schüler, der im Physikunterricht an dieser Stelle nicht gerade Kreide holen war." Nur beim ersten Anrufer habe ich noch versucht, um Verständnis dafür zu werben, dass (wirklich) niemand Kilokalorien zählt, wenn er abnehmen möchte und sich einen Diätplan erstellt. Der absolute Höhepunkt zwischen zehn und zwölf heute war aber das Gespräch mit einer Leserin, die mir von der Telefonzentrale durchgestellt war, weil sie in heller Aufregung war und mir dreimal hintereinander in verschiedenen Wortkombinationen dies sagte: "Sie haben heute die falschen Lottozahlen in der Zeitung." Weil dies in der Vergangenheit schon einmal vorgekommen ist und ich mich noch gut an den Haufen Asche erinnerte, der deswegen über meinem Haupt entleert worden war, geriet ich kurz in Panik, schnappte mir die Zeitung, schlug die Seite "Aus aller Welt" auf, las die Lottozahlen und verglich sie mit der offiziellen Seite im Internet mit den dort genannten Gewinnzahlen, bevor ich dann den Felsbrocken hören konnte, der mir vom Herzen gefallen und auf dem Boden gelandet war, weil ich sagen durfte: "Nein, die Zahlen stimmen, es sind die richtigen." Was dann passiert, erlebe ich eher selten: Die Frau hat mir nicht geglaubt. Und das kam so: Seit einiger Zeit hat sie ein Smartphone und weiß, dass man dort die Suchmaschine nutzen kann, weshalb sie "Lottozahlen" eingegeben hatte, sofort sechs mit Zusatzzahl präsentiert bekam und feststellte: Es sind andere als in der Zeitung und deshalb sofort die Hotline angerufen hat. Nun nahm sie mir nicht ab, was ich herausgefunden hatte: "Im Internet steht aber etwas anderes." Sie konnte mir aber nicht die Seite nennen, die ihr von der Suchmaschine aufgeschlagen worden war, weil sie nicht wusste, wie das geht, sondern las mir immer wieder diese Zahlen vor. Trotz meiner Beteuerungen, dass kein Fehler vorläge, gab sie keine Ruhe, und ich musste klären, was dann noch einmal zwei Minuten dauert, wo der Fehler liegt. Es war dann dieser: Google hatte bei dem Stichwort "Lottozahlen" ihr das Lotterieergebnis vom vergangenen Mittwoch angezeigt. Die Bemerkung, dass es im Netz mittlerweile ganz gute Tipps auch für die "reifere Generation" gibt, wie man am besten im Internet recherchiert, hätte ich aber dann wohl besser für mich behalten; freundlich Verabschiedungen klingen anders. 

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