Es gibt Ereignisse in der Geschichte eines Landes, die sind so was von unantastbar, dass jeder, der auch nur den Verdacht aufkommen lässt, sich darüber lustig machen oder ihnen nicht den nötigen Respekt zollen zu wollen, sich der öffentlichen Schelte sicher sein kann. Die Haftanstalt in Bautzen, von der während der DDR-Zeit alle nur vom Gelben Elend geredet haben, ist ein solches Gebäude, denn auch heute noch steht es für die meisten Menschen mit unschönen Erinnerungen an die Zeit von 1949 bis 1989 als ein Synonym für das Unrecht, das vor allem politisch verfolgten Personen während dieser Zeit angetan worden ist. Weil ich ihn danach gefragt habe, weiß ich, dass dies auch meinem Kollegen bewusst war, der heute den Artikel "Das gelbe Elend" über die zurzeit im Erzgebirge blühenden Sonnenblumen geschrieben und sich bewusst für diese Überschrift entschieden hatte. Mein Frage, warum er es trotzdem getan hat, beantwortete "Mr. Keller auf der Eins" mit einem (für ihn typischen) Lächeln. Also habe ich ihm gesagt: "Also gut, dann übe ich mich in Gelassenheit und ertrage auch noch mehr als die vier Leser, die mich wegen dieser Überschrift und ihrer Ansicht nach Verharmlosung des DDR-Unrechtsstaates gescholten und sogar beschimpft haben." Ob das für mich ein Problem ist? Manchmal mehr, manchmal weniger, in diesem Fall aber eher nicht. Denn kurze Zeit später erreichte mich per Mail ein Foto (siehe oben).

Denn ich darf endlich mal wieder, was mir viel Vergnügen bereitet, die Frage "Was ist das?" in den virtuellen Raum stellen in der Hoffnung, dass ich eine Antwort bekomme und dazu beitragen kann, dass ein kleines Stückchen Unwissenheit in dieser Welt verschwindet. Die Absenderin der Mail mit dem Fotoanhang schrieb in die Betreffzeile: "Schwarz mit schimmernden Flügeln, drei Zentimeter lang". Warum ich ein unscharfes Foto ins Netz stelle? Darum.

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