Gerade weil ich weiß, dass es ein Kalauer ist und vermutlich viele ihn schon nicht mehr hören beziehungsweise lesen können, komme ich nicht daran vorbei, ihn an dieser Stelle mal wieder anzubringen, denn ich habe ein Frage und meine sie tatsächlich ernst: Kennt sich jemand gut mit Vögeln aus? Nicht mit anderen Tieren, sondern den gefiederten Freunden in unserer heimischen Tierwelt? Denn ich brauche, weil ich das der Leserin versprochen habe und sie mich morgen deswegen wieder anruft, eine Antwort auf diese Frage: Warum sind die Mauersegler, die sonst spätestes Ende April/Anfang Mai sich wieder bei uns einfinden, noch nicht wieder da? Kann das auch etwas mit der Pandemie zu tun haben? (Hinweise bitte über das Kontaktformular oder per Mail) 

Obwohl ich auf die nächste Frage, die ich heute zwischen zehn und zwölf von einem anderen Anrufer gestellt bekommen habe, auch keine Antwort weiß, möchte ich betonten, dass ich auch keine brauche beziehungsweise davon überzeugt bin, dass es dem Mann in der Leitung gar nicht darum ging, eine zu bekommen, sondern er vielmehr damit sein Unmut zum Ausdruck bringen wollte, dass ihm das Foto auf der Titelseite der heutigen Ausgabe der "Freien Presse" überhaupt nicht gefallen hat. Bevor ich meine Reaktion als die eigentlich Botschaft dieser Zeilen wiedergebe, möchte ich zuerst erwähnen, was den Anrufer so gestört: Schwarze Kleidung, schwarze Handschuhe, schwarze Masken, schwarze Umhänge - "nach einer wiedergewonnenen Lebensfreude sieht das aber gar nicht aus", war sein Einwand, dem ich entgegensetze, was das Ende des Gesprächs einleitete: "Das sieht doch total cool aus, ich würde, wenn ich noch gehen würde, mich für diesen Friseursalon entscheiden." Diesmal, es war so mehr ein Bauchgefühl, war ich froh darüber, mit meiner Meinung nicht hinter den Berg gehalten zu haben, auch wenn das den Anrufer vermutlich etwa irritiert haben dürfte.

Zwei Minuten später hatte ich dann einen Mann in der Leitung, dem ich erklären durfte, warum ich die Formulierungen "das kotzt mich an" und "so ein Scheißdreck" in seinem Leserbrief gestrichen hatte, wobei er meiner Gründe aber nicht nachvollziehen konnte. Ganz anders verlief die für heute letzte Unterhaltung mit einem Anrufer um kurz vor zwölf, denn dem Mann konnte ich dies sagen: "Interessanter Denkansatz, ich werde mal mit meinen Kollegen reden, ob man dazu mal eine Recherche starten sollte." Der Leser hatte in einem Artikel erfahren, dass während der vergangenen Wochen der Alkoholkonsum der Menschen stark gestiegen sei, weil sie das Trinken als eine Möglichkeit betrachten würden, die ganzen Einschränkungen als Folge der Pandemie besser verkraften zu können. Nun meinte der Anrufer: "Wenn man aber eine Gegenrechnung aufstellt, sieht die Sache doch schon wieder ganz anders aus, denn weil während der ganzen Zeit doch die Gaststätten und Kneipen geschlossen waren, konnte dort doch überhaupt kein Alkohol getrunken werden, hat darüber schon mal jemand nachgedacht?" Aber auch hier gilt wie bei den Vögeln: "Tut mir echt leid, da kenne ich mich gar nicht aus."

Weitere Blog-Einträge