Homeofficekindergarten

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Sonntag. Ich bekomme eine E-Mail vom Kindergarten: Corona-Verdachtsfall in der Gruppe des Kleinen. Wir entscheiden, unsere Söhne vorsorglich zu Hause zu lassen.

Montag. Corona-Verdachtsfall bei unserer Tochter in der Klasse. Aber bei uns sind alle negativ – und positiv gestimmt.

Dienstag. Im Homeofficekindergarten nimmt der Kleine an der Video-Redaktionskonferenz teil. Seine Vorschläge werden nicht berücksichtigt, weil ich das Mikro ausschalte. Unterdessen kommt aus der Schule Entwarnung.

Mittwoch. Der Kindergarten meldet einen weiteren Verdachtsfall in der Gruppe. Der Nachbarsjunge muss zu Hause bleiben, weil in seiner Klasse… siehe oben.

Im Frühjahr 2020 waren wir uns in der Nachbarschaft einig, dass die Kinder für eine Weile nicht miteinander spielen dürfen. Wir sagten ihnen: „Wir halten uns an die Regeln, dann ist die Pandemie bald vorbei.“ Diese Kinder haben eine Lektion fürs Leben gelernt.

Donnerstag. Martinsumzüge sind abgesagt, wir planen mit den Nachbarn unseren eigenen. Am Vormittag ruft die Nachbarin an: Ein positiver Schnelltest in der Klasse ihrer Tochter. Wollen wir trotzdem? Ja. Mit einer Laternenstablänge Abstand. Im Park treffen wir noch mehr autonome Lampion-umzüge. Es ist schön.

Freitag. Die Große will nicht zum Training gehen. Ich verkneife mir ein „geh hin, so lange es noch erlaubt ist“.

Samstag. In unserem Heimkino gibt es selbst gemachtes Popcorn. Es ist doch interessant, wie schnell Zucker schwarz wird, wenn man ihn in zu heißes Öl einrührt. Der Kindergarten meldet einen dritten Infektionsfall in der Gruppe des Kleinen.

Sonntag. Mit einer Freundin und ihren beiden Kindern machen wir einen Ausflug zum Bach. 80 Prozent der Kinder bleiben trocken. Eine Mama landet bis zum Knie im Wasser. Meine Freundin ist es nicht.

Montag. Ich höre Radio. Manche wollen keine Schulschließungen. Andere keine Impfung. Ich will nicht, dass meine Kinder krank werden. Bin ich verrückt?

Dienstag. Die Kinder sind für einen Tag im Nachbarhomeofficekindergarten untergebracht. Es ist still. Das bin ich überhaupt nicht mehr gewohnt. So kann ich unmöglich arbeiten!

Mittwoch. Die Große und ich laufen Schlittschuh auf der Eisbahn. Der Kleine will auch mal mit einer Eisbahn fahren. Abends bestellen wir ganz optimistisch das Schulessen bis Ende Dezember. Am Nikolaustag gibt es Spaghetti Bolognese mit Weihnachtsmann. Der kommt wohl dieses Jahr früher? Vielleicht hat er Angst, dass er zu Weihnachten nicht mehr vor die Tür darf. Abends hat mein Corona-Tagebuch Redaktionsschluss. Fortsetzung folgt.

Weitere Blog-Einträge