Im Lockdown

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An dieser Stelle erscheint heute ein Drehbuch-Auszug. Der vollständige Film dazu wird voraussichtlich 2030 in die Kinos kommen, voraussichtlich unter Regie von Roland Emmerich. Er widmet sich dem Lockdown-Alltag einer vierköpfigen Familie, die durchschnittlich irre ist und kurz vor Weihnachten überdurchschnittlich viel flucht. Der Vater ist raus, weil er systemrelevanter ist als der Rest der Familie und morgens das Haus verlässt. Abends drückt er das Ohr an die Tür. Wenn er Störgeräusche feststellt, entscheidet er sich für eine ausgedehnte Runde um den Block und holt sich bei Ali einen Döner, den er in der Kälte verzehrt.

6:54 Uhr: Kind 1 erscheint im Wohnzimmer und beschwert sich über die Lottogesellschaft. Es habe nun alle Rubbelfelder seines Rubbelkalenders an den entscheidenden Stellen angekratzt und festgestellt, dass es nur „Kerze“ haben wird. Kerze bedeutet zwei Euro. Das nützt ihm nichts, sagt der Junge und fällt aufs Sofa.

6:59 Uhr: Kind 2 erscheint und erklärt Kind 1, dass es blöd sei. Kind 2 führt an, dass es selbst heute an der Reihe sei, in der Sofaecke zu sitzen. Kind 1 soll sich gefälligst in den Schaukelstuhl oder ans Sofaende verziehen. Die Mutter beaufsichtigt die Umsetzung der neuen Sitzordnung. Anschließend starren Kind 1 und Kind 2 Löcher in die Wand, weil ihnen untersagt wurde, morgens den Fernseher oder andere technische Geräte zu nutzen. Die Mutter bereitet inzwischen das Frühstück.

7:30 bis 12 Uhr: Die Kinder bauen am Esstisch ihr Klassenzimmer auf und streuen Bücher, Zettel und Stifte darüber. Bereits am Vorabend erklären sie, dass sie sich einsam fühlen in ihren Zimmern und eine Lern-WG gründen. Die Mutter sitzt im Flur in ihrer Arbeitsecke und hört Brüllgeräusche aus dem Klassenzimmer. Etwas später erscheint Kind 2 in der Arbeitsecke und beschwert sich über Kind 1. Es lese laut, sodass Kind 2 nicht arbeiten könne. Die Mutter bittet daraufhin den Sohn, leise zu lesen. Anschließend nimmt sie ihr Laptop und versteckt sich im Schlafzimmer. Etwas später hat Kind 1 sie dort gefunden und teilt mit, dass es gar nichts mehr macht, weil die Aufgaben so doof sind, dass sie niemand versteht. Die Mutter sucht sich ein neues Versteck. Sie ist Wanderarbeiterin.

13.07 Uhr: Kind 1 kommt von seinem Freund zurück, einen Freund darf man ja treffen. Der Freund steht nicht zur Verfügung, weil er Ärger hat und nun unter Hausarrest steht. Die Mutter schlägt Kind 1 vor, mit Kind 2 zu spielen. Das lehnen beide Seiten empört ab.
Das Ende des Films ist noch offen. Aber die Drehbuchautoren haben den Titel: „2020: Der Knockdown“.

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