Es gibt eine ganze Reihe von Diskussionen, die will ich nach Möglichkeit einfach (nicht mehr) führen. Der Grund ist ein simpler: Das Thema wühlt mich zu sehr auf, so dass ich bereits mit meinem Gefühlhaushalt ein Problem bekomme, wenn ich nur darüber nachdenke, mich in die Gedankenwelt derer zu versetzen, die eine fundamental andere Meinung vertreten als ich. Schusswaffen und das deutsche Waffenrecht sind ein solches Thema, dem ich am liebsten aus dem Weg gehe, wenn es darum geht, meine Haltung gegenüber einer diamatral gegensätzlichen verteidigen zu wollen oder müssen. Trotzdem habe ich solche Gespräche gestern und heute führen müssen, weil die vier Anrufer nicht nur jemanden sprechen wollten, bei dem sie ihren vermeintlichen Ärger loswerden konnten, sondern auch am anderen Ende der Leitung diese Frage anbringen wollten: "Wie sehen Sie das eigentlich?" Nun werde ich (sprichwörtlich) einen Teufel tun, hier von diesen Unterhaltungen zu berichten, denn dann müsste ich mich ja ein weiteres damit beschäftigen, was die vier Leser mit mir diskutieren wollen. Und deshalb formuliere ich das Thema dieses Blogeintrages jetzt als (zugegeben lange und etwas provozierend zugespitzte) Frage und schweige danach: Wenn man die Besitzer von Schusswaffen und das Waffenrecht in unserem Land nach dem Terroranschlag in Hanau jetzt an den Pranger stellt und Konsequenzen in Form von schärferen Gesetzen und strengeren Kontrollen fordert, ist es dann nicht recht und billig, wenn man genauso jeden Autofahrer unter einen Generalverdacht stellt und Gesetze zur Überprüfung der psychischen Tauglichkeit eines jeden Führerscheininhabers für eine gute Sache hält, nur weil ein Autofahrer sein Fahrzeug zu eine "Waffe" gemacht und 60 Menschen zum Teil schwer verletzt hat?

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