Gute gemeinte Ratschläge von Lesern, die zur Lösung aktuell kontrovers diskutierter Probleme von globalen Ausmaßen beitragen können, habe ich an dieser Stelle schon immer ausgesprochen gern weitergegeben. Das ist auch bei diesem der Fall, denn der Mann hatte sich Gedanken darüber gemacht, was man den kaum zu ertragenen Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie entgegensetzen kann, damit die Verantwortlichen dazu gedrängt werden, über Verbesserungen nicht nur nachzudenken, sondern auch wirklich deren Realisierung in die Tat umsetzen. Der Leser meinte nämlich: "Umdenken muss schließlich nicht immer gleich auch Verzicht bedeuten", teilte er mir mit und fügte hinzu: Weniger oder gar kein Fleisch, das ist durchaus möglich, wie unser Beispiel beweist: Statt Grillabende laden wir unsere Freunde zu Käse-Partys ein." Widersprochen haben ich natürlich nicht, zumal ich diese Idee wunderbar finde, doch glaube ich eher weniger daran, weil der Verzehr von Käse statt Fleisch eine Kehrseite hat, die einem jeder Veganer näher erläutern kann, dass sie weniger dazu beitragen kann, die Sucht der Menschen nach billigem Fleisch zu verringern. Oder nicht? Bei einer anderen Sicht- beziehungsweise Denkweise eines Lesers war ich mir dagegen nicht sicher, ob ich hier darüber schreiben soll, weil sie meiner Ansicht nach ungeheuerlich ist und deshalb eigentlich eher ignoriert werden sollte. Allerdings denke ich auch, dass man sich bewusst machen sollte, um entsprechende Rückschlüsse zu ziehen, dass es vermutlich mehr Leute mir solchen Haltungen gibt und man dagegen etwas unternehmen muss. Dem Leser ging es um die Berichte über die gewalttätigen Ausschreitungen in Stuttgart, er meinte: "In der Erziehung von Kindern entsteht viel Negatives", erklärte er und führte weiter aus: "Ich wohne in der Nähe einer Schule, und wenn da Hofpause ist, geht ein Gegröle los, mit körperlichen Attacken zwischen den Schülern, totales Chaos, Aufsicht führende Lehr dazwischen, sind das die neuen Pädagogikmethoden?" Nicht nur, dass er schildern wollte, was er täglich beobachtet, nein, er teilte mir auch noch seine Interpretation mit: "Null Respekt vor Werten und Menschen", lautete diese, die seiner Ansicht nach im Erwachsenenalter dazu führt, dass die Leute ein gestörtes Verhältnis zu Polizisten bekommen würden. Sein letzter Satz war dieser: "Ordnung und Disziplin sind schon wichtig." An dieser Stelle habe ich dann gedacht (und entsprechend gehandelt): Schluss das reicht, mehr von dieser Einstellung möchte ich heue nicht ertragen müssen.

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