Marcus und ich sind bei großer Hitze mit einem Sonnenschirm unterwegs zu Familien, die Sponsoren benoetigen. In diesen Familien wohnen Waisenkinder mit ihrer Grossmutter oder Grosstante zusammen. Die Grossmuetter bearbeiten ihre kleinen Felder und jaeten auf Nachbarfeldern Unkraut, um etwas Geld zu verdienen. Fuer einen Arbeitstag gibt es etwa 1 EUR. Eine Grossmutter tanzt und singt sofort, als sie hoert, fuer ihre Familie sei ein neuer Sponsor gefunden. Die Kinder begleiten ihre Pflege- und Grossmutter sofort mit froehlichem Gesang. Es ist total ergreifend.

Bei Sonnenuntergang eilen wir zurueck zur Lodge. Ich bemuehe mich, mit Marcus' langen Beinen Schritt zu halten. Am Himmel erscheinen die ersten Sterne. Ploetzlich tauchen in der Daemmerung Kinder auf, die zum Fluss gehen, um Wasser zu holen. "Warum seid ihr so spaet unterwegs?" "Unsere Familie schickt uns zum Wasserholen. Wir sind erst spaet von der Schule zurueckgekehrt." "Ihr koennt nicht so spaet zum Fluss gehen, die Hippos und Krokodile sind sehr gefaehrlich. Ihr koennt sie in der Daemmerung nicht sehen. ? Ingrid sieh dir das an, das Maedchen traegt einen 20-Liter-Behaelter, ... , Wie alt bist du?" "10 Jahre."

Die Kinder wohnen oberhalb der Schotterstrasse und haben somit einen Weg von mindestens 30 Minuten. In voelliger Dunkelheit laufen sie mit ihrer schweren Last zurueck zu ihrem Kraal. Sie besitzen keine Taschenlampe.

Entsetzt zeige ich spaeter Wynand die Fotos mit den "Wassertraegern".

Wynand, "Deshalb ist es so wichtig, dass wir das Wasserprojekt durchsetzen. Wir muessen dringend Wasser zu den Leuten bringen! Die Leute muessen sich und ihre Kleidung nicht mehr im Fluss waschen. Sie können ihr Gemuese in der Nähe ihres Kraals anbauen  und und und. Aber das kostet eine Menge Geld ... ."

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