Für gewöhnlich bin ich uneingeschränkt ehrlich bei dem, was ich den Leuten am Telefon sage, wenn sie mich um meine Meinung zu dem bitten, was sie mir gerade erzählt haben. Eher selten, wenn ich befürchte, weniger schöne beziehungsweise angenehme Reaktionen am anderen Ende der Leitung auszulösen, weil ich genau das Gegenteil von dem sagen würde, was der Leser vermutlich hören möchte, weiche ich aus und schweige einfach mit dem Hinweis, dass ich mir erst mal eine Meinung bilden muss und deshalb keine habe, von der ich jetzt erzählen könnte. Deshalb war dies heute die absolute Ausnahme: Ich habe (nur ein kleines bisschen) geschwindelt. Das kam so:

"Jetzt rufe ich Sie doch an, nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, ob das überhaupt jemanden interessieren könnte, was mir da so durch den Kopf geht", meinte der Mann, nachdem er sich mit dem Hinweis "Jahrgang 1925" vorgestellt hatte. Sein Anliegen hat er so formuliert: "Es geht mir um den Klimawandel, weil doch zurzeit so viel darüber diskutiert wird, was man dagegen machen kann." Nicht unwichtig erscheint mir, dass der Anrufer darauf hinwies, dass er (auch) kein Fernsehgerät besitzt, das Internet nur von Hörensagen kennt und alle seine Informationen aus dem Radio und aus der "Freien Presse" bezieht. Seine Einschätzung nach wird bei der ganzen Diskussion über die möglichen Ursachen für den Klimawandel beziehungsweise eine mögliche Klimakatastrophe ein wichtiger Punkt von allen Seiten bislang nicht beachtet oder entsprechend für wichtig angesehen: "Es geht mir um die ganze Strahlung in der Luft und der gesamten Atmosphäre, deren Ausmaß gigantisch gestiegen ist, weil heutzutage doch alles über Funk geregelt und gesteuert wird." Zwar sei er kein Physiker, sondern in seinem Berufsleben ein Ökonom gewesen, aber bei dieser Gesetzmäßigkeit sei er sich sicher, nicht falsch zu liegen: "Strahlung erzeugt Reibung, Reibung erzeugt Wärme, Wärme heizt unser Klima und den ganzen Planten an." Die Wiedergabe seiner etwa fünf Minuten dauernden Auflistung von Strahlungsquellen erspare ich mir, wirklich wichtig ist sie ohnehin nicht. 

Denn natürlich habe ich ihn anschließend danach gefragt, ob er auch über eine Lösung dieses Problems nachgedacht hat, weil es doch ein globales ist und über alle Ländergrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden müsste, was doch offenbar gerade die ganze Misere ausmacht, wenn es um Maßnahmen gegen den Klimawandel geht. "Habe ich", sagte er und machte ein Pause, wohl wissend, dass ich neugierig sein und nachhaken würde, was ich auch tat: "Und verraten Sie mir Ihre Gedanken?" Ich konnte hören, wie der 96 Jahre alte Mann tief Luft holte, bevor er sagte: "Zurück zum Kabel, alle Leitungen wieder unter die Erde, keine Strahlungen mehr in der Luft, weder digital noch analog." Nach einer Schrecksekunde erwiderte ich: "Kühner Gedanke, fast schon ein revolutionärer." Und dann kam der Punkt, an dem ich dann tatsächlich nicht ganz ehrlich war, obwohl ich auch nicht ganz ausschließen kann, dass es vielleicht doch unter meinen Kollegen jemanden gibt, der meinen Blog liest und deshalb jetzt ebenfalls erfährt, was ich dem Anrufer gesagt habe: "Ich werde den Redakteuren sagen, dass Sie angerufen haben und ihnen mitteilen, was Sie mir gerade eben erklärt haben, einverstanden?" Der alte Mann war erleichtert und sagte: "Schön, das freut mich, jetzt geht es mir gleich viel besser, denn ich hatte es mir nicht so leicht gemacht mit dem Entschluss, Sie anzurufen." Auch ich fühle mich jetzt gut; schön, dass ich meinen Blog habe und niemand versucht, mir zu sagen, was ich hier schreiben darf und was nicht; das meine ich uneingeschränkt ehrlich.

Für gewöhnlich bin ich uneingeschränkt ehrlich bei dem, was ich den Leuten am Telefon sage, wenn sie mich um meine Meinung zu dem bitten, was sie mir gerade erzählt haben. Eher selten, wenn ich befürchte, weniger schöne beziehungsweise angenehme Reaktionen am anderen Ende der Leitung auszulösen, weil ich genau das Gegenteil von dem sagen würde, was der Leser vermutlich hören möchte, weiche ich aus und schweige einfach mit dem Hinweis, dass ich mir erst mal eine Meinung bilden muss und deshalb keine habe, von der ich jetzt erzählen könnte. Deshalb war dies heute die absolute Ausnahme: Ich habe (nur ein kleines bisschen) geschwindelt. Das kam so:

"Jetzt rufe ich Sie doch an, nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, ob das überhaupt jemanden interessieren könnte, was mir da so durch den Kopf geht", meinte der Mann, nachdem er sich mit dem Hinweis "Jahrgang 1925" vorgestellt hatte. Sein Anliegen hat er so formuliert: "Es geht mir um den Klimawandel, weil doch zurzeit so viel darüber diskutiert wird, was man dagegen machen kann." Nicht unwichtig erscheint mir, dass der Anrufer darauf hinwies, dass er (auch) kein Fernsehgerät besitzt, das Internet nur von Hörensagen kennt und alle seine Informationen aus dem Radio und aus der "Freien Presse" bezieht. Seine Einschätzung nach wird bei der ganzen Diskussion über die möglichen Ursachen für den Klimawandel beziehungsweise eine mögliche Klimakatastrophe ein wichtiger Punkt von allen Seiten bislang nicht beachtet oder entsprechend für wichtig angesehen: "Es geht mir um die ganze Strahlung in der Luft und der gesamten Atmosphäre, deren Ausmaß gigantisch gestiegen ist, weil heutzutage doch alles über Funk geregelt und gesteuert wird." Zwar sei er kein Physiker, sondern in seinem Berufsleben ein Ökonom gewesen, aber bei dieser Gesetzmäßigkeit sei er sich sicher, nicht falsch zu liegen: "Strahlung erzeugt Reibung, Reibung erzeugt Wärme, Wärme heizt unser Klima und den ganzen Planten an." Die Wiedergabe seiner etwa fünf Minuten dauernden Auflistung von Strahlungsquellen erspare ich mir, wirklich wichtig ist sie ohnehin nicht. 

Denn natürlich habe ich ihn anschließend danach gefragt, ob er auch über eine Lösung dieses Problems nachgedacht hat, weil es doch ein globales ist und über alle Ländergrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden müsste, was doch offenbar gerade die ganze Misere ausmacht, wenn es um Maßnahmen gegen den Klimawandel geht. "Habe ich", sagte er und machte ein Pause, wohl wissend, dass ich neugierig sein und nachhaken würde, was ich auch tat: "Und verraten Sie mir Ihre Gedanken?" Ich konnte hören, wie der 94 Jahre alte Mann tief Luft holte, bevor er sagte: "Zurück zum Kabel, alle Leitungen wieder unter die Erde, keine Strahlungen mehr in der Luft, weder digital noch analog." Nach einer Schrecksekunde erwiderte ich: "Kühner Gedanke, fast schon ein revolutionärer." Und dann kam der Punkt, an dem ich dann tatsächlich nicht ganz ehrlich war, obwohl ich auch nicht ganz ausschließen kann, dass es vielleicht doch unter meinen Kollegen jemanden gibt, der meinen Blog liest und deshalb jetzt ebenfalls erfährt, was ich dem Anrufer gesagt habe: "Ich werde den Redakteuren sagen, dass Sie angerufen haben und ihnen mitteilen, was Sie mir gerade eben erklärt haben, einverstanden?" Der alte Mann war erleichtert und sagte: "Schön, das freut mich, jetzt geht es mir gleich viel besser, denn ich hatte es mir nicht so leicht gemacht mit dem Entschluss, Sie anzurufen." Auch ich fühle mich jetzt gut; schön, dass ich meinen Blog habe und niemand versucht, mir zu sagen, was ich hier schreiben darf und was nicht; das meine ich uneingeschränkt ehrlich.

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