Leichtes Spiel

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Eine rätselhafte Krankheit hat mich befallen. Es ist wohl nur eine Erkältung, aber in diesen Zeiten muss man vorsichtig sein. Deshalb muss ich alle paar Minuten Fieber messen und bekomme mehrere Spritzen, die aber zum Glück nicht wehtun. Auch mein Blutdruck wird kontrolliert. Und ich nehme Nudeln mit Heilkräutern zu mir, die interessanterweise in einer Raviolidose aus dem Kaufmannsladen versteckt sind.

Über Ärztemangel kann ich mich nicht beklagen – mich versorgt ein dreiköpfiges Ärzteteam. Wobei natürlich immer nur einer mein Arbeitszimmer betreten darf. Wegen der Ansteckungsgefahr.
Ja, richtig gelesen, mein Arbeitszimmer. Denn trotz meiner offenbar schwerwiegenden Erkrankung sitze ich am Schreibtisch. Und werde andauernd gestört, weil ein junger Arzt oder eine junge Ärztin hereinkommt, um nach mir zu schauen. Wenn das so weitergeht, steigt gleich mein Blutdruck. Vielleicht handelt es sich gar nicht um drei Ärzte. Sondern um drei besonders hartnäckige Viren, die man einfach nicht loswird.

Aber so sollte man nun wirklich nicht von seinen Kindern sprechen. Außerdem: Was können sie dafür, dass wir ihnen den Arztkoffer geschenkt haben und dass die Erwachsenen zurzeit dauernd über Viren und Krankheiten reden?

Wenn ich nicht gerade zu tun habe, dann mag ich dieses Spiel. Weil ich mich dabei naturgemäß passiv verhalten kann. Am liebsten spiele ich aber "Löwen". Das läuft so: Ich liege auf dem Sofa, bin die Löwenmama, und meine Söhne turnen auf mir herum. Das ist so eine Art sportliches Kuscheln. Ab und zu soll ich auch brüllen. Das kann ich. Am liebsten wäre ich immer eine Löwenmama. Allerdings hörte ich, dass eine Löwin ganz viele Kinder bekommt, die sie dann allein großziehen muss. Vom Löwenpapa keine Spur. Nun ja. Vielleicht ist doch alles gut so, wie es ist.
Anspruchsvoller ist das Spiel "Pferdehof": Die Große erzählt in epischer Breite, wie viele Trillionen Tiere es dort gibt, wie sie heißen, welche Fellfarben und Abzeichen sie haben. Ich soll mir das merken. Wenn ich nicht richtig zuhöre, wird es später beim Abfragen peinlich.
Also: Die Spiele wachsen mit den Kindern, die Eltern mit ihren Aufgaben. Immerhin haben sie Fantasie. Die Kinder, meine ich. Darüber freue ich mich. Meistens. Nur jetzt gerade nicht. Mein Fieber ist nämlich gestiegen: 39,8. Nein danke, liebes Ärzteteam, ich brauche kein Zäpfchen. Ein bisschen Ruhe würde auch genügen.

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