Mach mal Corona aus!

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Heute muss ich bekennen: Ich gehöre zu den Corona-Kritikern. Ich lehne dieses Virus ab. Die Eingriffe des Virus in unseren Alltag sind unverhältnismäßig und werden vor dem jüngsten Gericht keinen Bestand haben. Manche Leute versuchen, der Pandemie etwas Positives abzugewinnen, und feiern eine neue Häuslichkeit. Im Allgemeinen heißt das, dass man ganz normale Dinge tut, etwa kochen oder aufräumen, und sich in „sozialen Medien“ damit brüstet.

Wie sagt doch der Volksmund hinter der Maske: Die kleinen Dinge sind es, die das Leben ausmachen. In meinem Fall kleine Eierkuchen. In Wirklichkeit sind es amerikanische Kürbis-Pancakes. Aber das würde ich meinen Kindern niemals verraten. Ich verkaufe sie ihnen als „Halloween“- oder „Herbsteierkuchen“. Meine Tochter, bekennende Gemüseskeptikerin, verschlingt einen ganzen Stapel. Und stellt dann fest: „Die schmecken richtig orange!“

Ich koche und backe gerne, auch ohne Pandemie. Meine Kollegin Manuela Müller schrieb hier kürzlich, ihre Kinder seien deshalb so dünn, weil sie nicht kochen könne. Das erzähle man sich beim Friseur.

So etwas kann mir nicht passieren. Nicht, weil ich eine besonders herausragende Köchin wäre. Falls ich es bin, kann meine mäklige Familie das jedenfalls nicht beurteilen. Der Grund ist ein anderer: Seit mit der 150-sten Corona-Verordnung der Trockenhaarschnitt abgeschafft wurde, weigern sich meine Söhne, zum Friseur zu gehen. Denn sie haben eine akute Haarewasch-Unverträglichkeit. In fremder Umgebung könnten sie das Haarewaschen psychisch nicht verkraften. Und ich ebenfalls nicht, wenn sie dann den Laden zusammenbrüllen.

Also dann: Selbst ist die Frau. Zum Glück gibt es die Bastelschere. Und die Sendung mit der Maus. Und die Sendung mit dem Elefanten. Und dann noch eine Extra-Folge von „Shaun das Schaf“. Eine geschlagene Stunde brauche ich, um dem Mittleren so richtig schön die Haare zu verschneiden. Wahrscheinlich erzählt man sich demnächst im Lebensmittelladen, ich könne nicht Haare schneiden. Was gar nicht mal so falsch wäre.

Man muss aber auch nicht alles selbst machen. Sogar das abendliche Vorlesen kann man manchmal an Profis auslagern. Zuständig ist mal wieder die Maus mit ihren Gutenachtgeschichten zum Anhören. Die Kinder sind einverstanden. Anders, wenn ich tagsüber die Radionachrichten anschalte. Da ruft die Große: „Mach doch endlich mal das Corona aus!“ Nun ja. Das wünschen wir uns doch irgendwie alle.

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