Da ich mir selbst geschworen habe, in meinem Blog nie wieder über Fußball zu schreiben, weil ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass als Reaktion darauf, wenn ich es doch getan habe, die Asche eimerweise über meinem Haupt geschüttet wurde angesichts meiner unbeschreiblichen Inkompetenz, mit der ich mich für dieses Thema auf ewig disqualifiziert habe, bin ich jetzt überfordert, weil ich nicht weiß, wie ich es schaffe, auf drei Meinungen von Lesern hier einzugehen. Also mache ich mir die Sache einfach: Zunächst möge jeder zum besseren Verständnis der Reaktionen der Anrufer den Kommentar meines Kollegen unter der Überschrift "Blamabel für die Stadt" zu den aktuellen Leistungen der Mannschaft des Chemnitzer FC in der Dritten Liga lesen. Und nun zitiere ich die drei Leser. Einer meinte: "Mir tun die Spieler leid, sie können am allerwenigsten für diese Situation und werden hier wie Sündenböcke an den Pranger gestellt." "Eine Fußballmannschaft, die bereits am Boden ist, muss nicht noch als blamabel für unsere Stadt dargestellt werden", meinte ein anderer Leser und fügte hinzu: "Im Sport gibt es immer ein auf und ab. Und es ist doch wichtig, dass man auch mit Fehlschlägen klar kommt. Gerade der Nachwuchs muss sehen, dass man, auch wenn man verliert, weitermachen muss. Zum Sport gehören Fehlschläge, blamabel für eine ganze Stadt ist das nicht." Der dritte Anrufer fragte mich: "Glauben Sie wirklich, dass sich ganz Italien schämen sollte, nur weil ihre Nationalmannschaft die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verpasst hat?" Ich habe nicht geantwortet, ich halte mich da raus. Zum Sport allgemein habe ich meine Meinung, denn er ist eine der tragenden Säulen in meinem Leben: Manchmal brauche ich für die rund 60 Kilometer lange Trainingsstrecke mit den Rennrad eine Stunde und 55 Minuten (bei 380 Höhenmetern); manchmal sind es zwei Stunden und zehn Minuten. Ich könnte nach Gründen suchen, dem Wind die Schuld geben, wenn es denn geweht hat, oder die bei den Profis so beliebte Formel "aller Körner verbraucht, keine mehr im Speicher" ins Spiel bringen. Ganz ehrlich? Es ist mir völlig egal, mal bin ich schnell, mal langsam, aber ich würde niemals auf die Idee kommen, dass es einen Grund geben könnte, mich für eine vermeintlich weniger gute Leistung zu schämen oder sie als Blamage zu empfinden.

Weitere Blog-Einträge