Zu den rund 100 Songs meines Repertoires, mit denen ich gelegentlich (ausschließlich bei privaten Anlässen) auftrete, gehört tatsächlich auch ein Schlager, der allerdings immer erst dann zu hören ist, wenn es eine Zugabe geben soll und ich in den Reihen des Publikums beziehungsweise der Partygäste eine Frau ausfindig machen kann, die ihn zusammen mit mir singt. Denn es handelt sich um ein Duett, allein geht also gar nicht. Bevor ich gleich den (verlinkten) Titel nenne, möchte ich aber ausdrücklich betonen, dass ich das Lied nur deshalb singe, weil es bei solchen Darbietung immer auch darauf ankommt: Mitsingen und Rhythmusklatschen (bitte niemals auf eins und drei) müssen möglich sein, was allerdings auch impliziert, dass der zumindest der Text des Refrains allgemein bekannt sein muss. Nun denn: Der Schlager "Im Wagen vor mir" erfüllt alle Kriterien, damit ich bei meinen Auftritten mir einen ebenso heiteren wie stimmungsvollen Abgang verschaffe. Wer das nicht glaubt, sollte den Link mal aktivieren und testen, ob er nicht vielleicht auch mehr oder weniger automatisch mitsingt. Warum ich darüber schreibe:

Unter der Überschrift "„Rada rada radadadada, rada rada radadadada“ haben meine Kollegen gestern auf der der Seite "Kultur" dem Sänger und Komponisten Hans Blum zum 90. Geburtstag gratuliert. Ein Leser hat sich deswegen bei mir gemeldet und sich bitter beschwert, obwohl er den Artikel für gut gelungen fand und darüber hinaus auch nichts an dem Text auszusetzen hatte. Aber: "Weshalb  erwähnt er nicht Hans Blums größten Erfolg als Interpret?" fragte er und fügte hinzu: "1959 stieg er mit seiner deutschen Coverversion des im Original englisch gesungenen Titels 'Charly Brown' bis auf Rang 5 der westdeutschen Verkaufscharts auf. Und ausgerechnet  diesen Song verschweigt der Autor." Die Frage habe ich natürlich an den Autor des Artikels weitergeleitet, und ich bin gespannt, ob der dem Leser noch antwortet. Nun komme ich zu dem, was ich ein Geständnis nennen möchte:

Gerade weil ich "Im Wagen vor mir" schon lange im Programm habe und mich darauf verlassen kann, dass es ankommt, und weil ich mich noch nie näher mit Henry Valentino (alias Hans Blum) beschäftigt hatte, habe ich diesen Musiker immer nur auf diesen Schlager reduziert; und weil ich Schlager eigentlich nicht mag, war das also immer eine weniger schmeichelhafte Schublade, in die ich ihn gesteckt habe. Nach dem Hinweis des Lesers habe ich aber recherchiert: Zuerst habe ich mir "Charly Brown" von Hans Blum angehört, und da es eine deutsche Coverversion war, habe auch noch das Original von "The Coasters" gefunden. Warum das ein Hit geworden war, kann ich nicht nachvollziehen, denn mir ist das einfach zu viel (...), aber das ist in diesem Fall egal, denn darum geht es mir: Ich habe bei meiner Recherche zu Hans Blum feststellen dürfen, dass er nicht nur viele Schlagerhits komponiert hat, sonders dass unter seinen Lieder nicht nur wenige sind, die auch ich immer mitsinge, sobald sie (wo auch immer) zu hören sind. Wer davon einen Eindruck bekommen möchte, kann sich dieses vor vier Jahren gedrehte WDR-Portrait von Hans Blum anschauen; es lohnt sich.

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