Gerade musste ich eine Entscheidung treffen: Entweder heute gar keinen Blogeintrag schreiben oder angesichts der mir dafür zur Verfügung stehenden (wenigen) Zeit einen kurzen zu verfassen, womit klar ist, weil man diese Zeilen lesen kann, dass ich mich für die zweite Möglichkeit entschieden habe. Nur zum besseren Verständnis: Montags verlangt die am Mittwoch erscheinende Seite "Leserforum" einschließlich der Kolumne meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Diese Haltung einer Leserin aber kann nicht als Leserbrief veröffentlich werden, doch vorenthalten möchte ich ihren Kommentar der Öffentlichkeit auch nicht, weshalb ich ihn nun hier kurz zusammenfassen möchte.

"Eine Wende ist eine Drehung um 180 Grad und damit eine Hinwendung zum Gegenteil vom Vorherigen", erklärte die Frau mir und teilte mir weiter mit: "1989 führte die Wende dazu, dass es einen Übergang von der gescheiterten Einmeinungsherrschaft zu einer Gesellschaftsform gab, in der sich alle Sichtweisen und Standpunkt angemessen Gehör und Einfluss verschaffen konnten." Gemeldet hatte sie sich bei mir, weil sie etwas darüber gelesen hatte, dass sich eine Partei gerade die "Vollendung der Wende" auf die Fahnen geschrieben habe. Sie griff dabei ein anderes Sprachbild auf und meinte: "Was diese Leute wollen, ist vielmehr ein Rolle rückwärts. Zurück zum Tunnelblick eine Gesellschaft, in der nur eine einzige Meinung zählt, und wer eine andere hat, muss damit rechnen, gegängelt oder sogar drangsaliert zu werden von denen, die glauben, das Sagen zu haben." Widersprochen habe ich ihr nicht.

 

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