Als gestern auf der Seite "Zeitgeschehen" der Bericht über den Semperopernball zu lesen und die Fotos zu sehen war, habe ich mit mir selbst gewettet, dass es mindestens drei Reaktionen von Lesern geben würde, die mit der Bildunterschrift "Gesundheitsminister Jens Spahn (r.) und Ehemann Daniel Funke" ein Problem haben. Das habe ich nicht gemacht, weil ich mich selbst darin bestätigen wollte, wie gut ich mittlerweile die Leute kenne und einschätzen kann, was sie dazu bewegt, mal beim Leserobmann anzurufen, um angesichts des angestauten Ärgers nicht platzen zu müssen, sondern weil ich hier darüber berichten wollte. Und ich habe die Wette gewonnen, weshalb ich konstatieren darf: Vier offenbar homophobe Leser haben sich bei mir gemeldet, beispielhaft möchte ich den einen zitieren: "... und letztgenannte tritt bald ihre Babypause an. Bravo!".

Zum (mental aufmunternden) Ausgleich möchte ich weitere Leser zitieren, die sich wegen ganz anderer Artikel in der Zeitung in jüngster Zeit bei mir gemeldet haben:

Zum Bericht "Aus Florian wird Kapitän Prager" meinte eine Frau: "Warum soll ein älterer, seriöser Schauspieler einen erfahrenen Kapitän darstellen? Aida beweist es, da steuert ein junger, gutaussehender, sympathischer Kapitän ein großes Schiff. Ich war persönlich auf diesem Schiff."

In dem Bericht "Liebe Leser*innen" ging es um das Gendersternchen, was einen Leser zu diesem als Frage formulierten Kommentar veranlasset: "Warum heißt es Frau Doktor und nicht Frau Doktorin?"

Zu den Berichten über die Probleme von kleineren und größeren Unternehmen mit den Folgen eine globalen Konkurrenzkampfes wie beispielsweise "Osram baut Hunderte Stellen ab" oder "Opel kürzt Produktion in Rüsselsheim" zitierte ein Leser seinen Großvater: "Er stand vor seinem Schutthaufen und sprach ganz gelassen die Worte: Der Herr hat es geben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt. Meine Frage: Wer macht das heute noch?" Mein erster Gedanke dazu: Halleluja.

In einem Artikel hatte der Autor zwei Möglichkeiten mit einander verglichen, wie man langfristig (viel) Geld anlegen kann: In Aktion oder mit einer Lebensversicherung. Zu diesem Vergleich meinte ein Leser: "Der Vergleich ist genauso Unsinn wie der eines Autos mit dem Kühlschrank oder Fön. Alle drei haben einen Motor, aber mit dem Kühlschrank oder Fön kann man nicht auf der Straße fahren."

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