Obwohl ich gerade darüber nachgedacht habe, in diesem Jahr einfach mal darauf zu verzichten und mich mehr oder weniger still und heimlich vom Acker zu machen, schreibe ich jetzt doch noch diesen letzten Blogeintrag im zu Ende gehenden Jahr, weil ich dann erst wieder ab 2. Januar an meinem Schreibtisch sitzen werde. Gezögert habe ich nur aus diesem einen Grund: Weil ich nämlich feststellen musste, als ich nach mehr oder weniger humorvollen Anekdoten aus meinen Protokollen der Gespräche mit Lesern in den vergangenen Tagen gesucht habe, dass es da keine gibt, was für mich ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass die Zeiten gerade keine einfachen sind und es immer weniger zu lachen gibt, wenn die Leute mich anrufen und mir ihr Leid klagen oder ein Anliegen vorbringen, dass seinen Ursprung darin hat, dass die Leser sich über etwas geärgert haben. Deshalb fallen auch meine Randnotizen zum Wochenausklang heute aus. Verabschieden möchte ich mich in meinen mich beflügelnden Jahresendurlaub zu einem mit der Zusicherung, dass der Leserobmann auch 2020 wieder Blogeinträge ins Netz stellen wird, obwohl er (bei diesem Thema sei mir ausnahmsweise mal der Pluralis Majestatis gestattet) in Erwägung gezogen hat, dies nicht mehr zu tun, weil es immer schwieriger wird, dieser Tätigkeit eine motivierende heitere Note abzugewinnen. Ich bin mir sicher, dass dieses Phänomen nichts mit meiner Person und meinen eigenen Befindlichkeiten zu tun hat, vielmehr damit, dass in unserer Gesellschaft eine Polarisierung stattfindet und immer größer wird und das von diesen beiden Rändern nur der eine sich ständige dazu aufgefordert fühlt, mich anzurufen und mal bei mir Dampf abzulassen. Bis vor ein paar Jahren wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass mit dem Umwelt- und Klimaschutz ein Thema, dass eigentlich ausnahmslos allen Menschen am Herzen liegen sollte, dazu in der Lage ist, das soziale Gefüge in unserem Land zu spalten und einen echten Riss entstehen zu lassen, der dazu führt, dass Fronten aufgebaut werden und sich der eine oder andere Gefühlsstau entladen kann; doch genau das ist meiner Meinung nach der Fall. Und ich habe keine Ahnung, was das für mich und meine Arbeit als Leserobmann im nächsten Jahr noch für Folgen haben wird. Umso mehr ist es mir ein wirklich großen Bedürfnis, allen Lesern meines Blogs von ganzem Herzen ein uneingeschränkt friedvolles Weihnachten und einem hoffentlich stressfreien Übergang ins Jahr 2020 zu wünschen. Wir lesen uns wieder, ich freu mich drauf.

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