Dass ich an die Grenzen meiner Vorstellungskraft gelange, ist eher selten, doch heute ist das in dem Gespräch mit einem Leser tatsächlich passiert auf ein Weise, die ich als beängstigend für mein Weltbild empfunden habe. Der Mann in der Leitung hatte in dem Bericht "Schwerer geht’s nicht: Schwarzes Loch mit gigantischer Masse" einen Fehler gefunden: "Unter dem Foto ist zu lesen, dass das Schwarze Loch etwa 700 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, während im Text von 700 Millionen Jahre die Rede ist", erklärte er mir und fragte: "Was ist denn nun richtig?" Die Antwort hatte ich, weil mir der zuständige Kollege diese Information innerhalb weniger Sekunden geben konnte, schnell parat und sagte: "700 Millionen Lichtjahre ist richtig." Der Leser war offenbar nicht weniger erstaunt als ich, hatten wir doch beide zuvor gemeint, dass 700 Lichtjahre schon ziemlich weit weg ist. Dann jedoch waren wir uns einig: "Die Wissenschaftler wollen etwas gesehen haben, dass vor 700 Millionen Jahre so ausgesehen haben soll, wie sie es jetzt registriert haben, tut mir echt leid, das kann ich mir beim besten Willen nicht wirklich vorstellen", sagte der Anrufer und fügte hinzu: "Allerdings frage ich mich, welchen Erkenntnisgewinn man aus dieser Tatsache ziehen kann." Widersprochen habe ich nicht, wir haben dann noch eine Weile über unsere Weltbilder philosophiert, denn meins geht von der Untrennbarkeit von Geist und Umgebung aus, was bei diesen galaktischen Dimensionen schon einer Herausforderung gleichkommt, die ich erst einmal annehmen muss, bevor ich eine Ahnung davon bekommen könnte, was das für mich persönlich bedeutet. Und da wir gerade bei Herausforderungen sind: "Deutsch und frei wollen wir sein - Widerstand gegen Völkerverrat und Islamisierung" war der Brief eines Lesers überschrieben, der mich gestern angerufen hat und von mir eine Erklärung wollte, warum ich er seine Meinung bislang nicht in der Zeitung auf der Seite "Leserforum" gelesen hatte. Ich habe ihm die Gründe genannt, doch möchte ich darauf verzichten zu berichten, wie er darauf reagiert hat. Nur dies noch: Als Vertreter der "Freien Presse", dessen Aufgabe es ist, dies über sich ergehen zu lassen, werde ich, was nicht ganz richtig ist, denn gemeint ist immer die Zeitung, durchschnittlich in jedem sechsten Gespräch auf mitunter übelste Weisen beschimpft. Wie ich das verkrafte? Ganz einfach, immer nach einem Auftritt gönne ich mir einen Song, gestern war es dieser.

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